Zukunft Industrien

Grundstein legen für die Produktentwicklung 4.0

Stellen Sie sich vor, es ist 8 Uhr morgens, und Sie müssen sich im Auto durch den Großstadtdschungel zur Arbeit schlängeln. Die mitunter komplexe Verkehrssituation erfordert zu jeder Zeit Ihre volle Aufmerksamkeit. Entspannung am Morgen? Fehlanzeige. Innovative Fahrerassistenzsysteme (Advanced Driver Assistance Systems, ADAS) können dem Autofahrer helfen, den Überblick zu behalten: indem sie ihn etwa dabei unterstützen, die Spur zu halten, rückwärts einzuparken oder im Falle einer plötzlichen Notsituation automatisch zu bremsen.

Die Vision: automatisiertes Fahren. Indem das Auto nicht mehr gesteuert werden muss, haben die Passagiere mehr Zeit für andere Dinge. Die Verlagerung zu autonomen, vernetzten, elektrifizierten und gemeinsam genutzten Fahrzeugen stellt Hersteller und Zulieferer wie Continental vor eine Grundsatzfrage: Wie muss sich die Produktentwicklung anpassen, um angesichts der veränderten Anforderungen in der Automobilindustrie und der Entwicklung zukünftiger Mobilitätslösungen erfolgreich zu sein?

Eine Plattform für alle(s)

Im Automotive-Bereich von Continental wird das Ziel verfolgt, ideale Rahmenbedingungen für die Produktentwicklung zu schaffen. Gesucht wurde deshalb eine Lösung mit der nötigen Agilität und Skalierbarkeit, damit Ingenieure teamübergreifend auf einer gemeinsamen Datenbasis arbeiten können. Zudem sollte sie sich schnell ausbauen lassen, um flexibel auf Kundenanforderungen zu reagieren. Nach einem aufwändigen Evaluierungsprozess fiel die Wahl auf die IBM Engineering Lifecycle Management (ELM)-Plattform.

Im Fokus stand für Continental dabei die Möglichkeit, dank eines globalen Konfigurationsmanagements über einzelne Lifecycle-Produkte hinweg zusammenarbeiten und Daten teilen zu können. Was vielleicht zunächst banal klingt, ist in Wahrheit erfolgsentscheidend für die Produktentwicklung. Denn sind die Schnittstellen zwischen der Entwicklung und Fertigung nicht klar definiert, entstehen Differenzen und Änderungen werden nicht konsistent an den nachgelagerten Bereich weitergegeben. Die Folge: kosten- und zeitintensive Korrekturen, die am Ende die Markteinführung neuer Produkte verzögern könnten.

Produktentwicklung

 

Mit dem Konfigurationsmanagement innerhalb der ELM-Plattform sind Teams in der Lage, parallel an mehreren Entwicklungssträngen zu arbeiten, frühere Entwicklungsumgebungen neu zu erstellen oder eine hierarchische Komponentenstruktur eines Systems aufzubauen. Insbesondere bei Projekten mit großen Datensätzen sichern globale Konfigurationen die Konsistenz zwischen verknüpften Daten und Artefakten. So können qualitativ hochwertige Produkte mit weniger Fehlern, schnelleren Entwicklungszyklen und weniger Rückrufaktionen agil entwickelt und über den gesamten Lebenszyklus hinweg in Echtzeit nachverfolgt werden. Um flexibel auf sich ändernde Geschäftsanforderungen reagieren zu können, ist die Plattform Multi-Cloud-fähig und unterstützt verschiedene Provider in einer Public oder Private Cloud.

Komplexität beherrschen

Die Digitalisierung und Daten geben in der Automobilindustrie den Takt an und zwingen Hersteller und Zulieferer dazu, auch ihre Produktentwicklung an die neuen Anforderungen anzupassen. Continental hat erkannt, dass sich die steigende Komplexität bei der Entwicklung smarter, vernetzter Mobilitätsprodukte nur mit einer Integration aller Lebenszyklus-Modelle beherrschen lässt. Mit der Implementierung einer ganzheitlichen IBM ELM-Plattform stellt das Unternehmen seinen Ingenieuren die Werkzeuge für den Entwicklungslebenszyklus zur Verfügung und ebnet den Weg für die zukünftige Entwicklung von Lösungen für das autonome Fahren und vernetzte Fahrzeuge.

 

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