Zukunft Industrien

Nicht auf die lange Bank schieben: Business Process Outsourcing

Der Bankensektor ist mehr denn je von massivem Margen- und Kostendruck sowie jahrelang anhaltenden Niedrigzinsen bei gleichzeitig hohen Qualitätsanforderungen und zunehmender Regulierung gekennzeichnet. Für den Branchenkompass Banking 2018 wurden 109 Führungskräfte im Finanzsektor zu aktuellen Herausforderungen befragt: 78 Prozent dieser Befragten sehen für die nächsten drei Jahre einen großen bzw. sogar sehr großen Veränderungsbedarf in Bezug auf das eigene Geschäftsmodell. Entscheidende Themen wie Kosten, Digitalisierung und Automatisierung stellen den Finanzsektor auf den Prüfstand. Laut Branchenkompass werden Geschäftsmodelle vor allem neu auf eine digitale Bankenplattform ausgerichtet. Gerade kleinen und mittleren Bankhäusern fehlen jedoch die nötigen Ressourcen, um eine solche Plattform eigenständig aufzubauen. Eine echte Alternative bietet hier die Auslagerung gesamter Geschäftsprozesse sowie der IT. Deutsche Banken nutzen vermehrt Business Process Outsourcing (BPO)-Dienstleister, die Geschäftsprozesse wie beispielsweise die Bearbeitungsprozesse und das Portfolio-Management übernehmen. Die Zusammenarbeit mit externen Partnern für die Betreuung kompletter Prozessketten und der IT-Systeme ist für den Bankensektor eine attraktive Lösung, die zu mehr Kosten- und Leistungseffizienz führt.

Business-Process-Outsourcing

IBM Banking Plattform für das Kerngeschäft

IBM hat 2017 die Services, Mitarbeiter und IT-Plattform der Erste Financial Services GmbH übernommen. Basierend auf den hiermit akquirierten umfassenden Erfahrungen zum konkreten Bedarf des Bankensektors wurde und wird unsere IBM Banking Plattform permanent weiterentwickelt. Sie verschlankt durch Business Process Outsourcing und Application Management Services (AMS) Geschäftsprozesse im Banking und unterstützt als moderne IT-Plattform die Wettbewerbsfähigkeit von Banken.

Die bankfachliche Serviceerbringung über die IBM Banking Plattform entlastet Banken durch eine sehr effiziente und auf den Bedarf abgestellte Prozessgestaltung. Durch eine globale Aufstellung können wir diese Serviceerbringung kostengünstig anbieten. Zudem sind wir flexibel: Insbesondere in Phasen hoher Auslastung können wir als spezialisierter Dienstleister die Leistungserbringung optimal und dynamisch anpassen, während interne Resourcen sich weniger flexibel einsetzen lassen. IBM migriert daher schnell, effizient und kostengünstig mit großer fachlicher Expertise Kreditportfolien (auch mit komplexen Krediten) und betreut diese optimal auf der IBM Banking Plattform.

Die portfoliomanagement: Ausschreibung zur Verwaltung eines Abwicklungsportfolios

Ein gutes Beispiel ist das Schiffskredit-Portfolio, das die portfoliomanagement, eine Abwicklungsanstalt öffentlichen Rechts in der Trägerschaft der Bundesländer Schleswig-Holstein und Hamburg, von der Hamburg Commercial Bank AG (vormals HSH Nordbank AG) übernommen hat.

Das langfristige Ziel der portfoliomanagement ist eine für die Träger möglichst wertschonende Abwicklung des Übertragungsportfolios. Das übernommene Portfolio bestand aus 590 Kreditverträgen mit 193 Kreditnehmern. Finanziert wurden damit 256 Schiffe, die als Sicherheit dienen. Zum Übertragungszeitpunkt wurden davon 253 Schiffe auf die portfoliomanagement übertragen. Die Servicierung des Portfolios, die anfangs noch durch die Hamburg Commercial Bank AG erfolgte, wurde von der portfoliomanagement in 2018 öffentlich ausgeschrieben.

Business-Process-Outsourcing-Schiff

Die portfoliomanagement suchte einen auf diesem Gebiet erfahrenen Full-Service-Anbieter, der den Abbauprozess des Schiffskredit-Portfolios sowohl auf Fach- als auch IT-Ebene operativ unterstützt. IBM nahm am Ausschreibungsprozess teil und erhielt den Zuschlag.

Die besondere Qualifikation von IBM für die ausgeschriebene Aufgabe sah die portfoliomanagement in der einzigartigen Kombination der Expertise in Banking, IT und Beratung, die in der von IBM neu gegründeten Tochter IBM Deutschland Financial Markets Services GmbH vereint sind.

„Wir haben uns bewusst für den Anbieter IBM entschieden, der nicht nur die fachliche Expertise mitbringt, sondern eine neue Herangehensweise für die gesamte Aufgabenstellung einbringt. IBM hat uns mit der Beratungsexpertise und dem weltweit integrierten Delivery-Netzwerk sehr beeindruckt“, sagt Dr. Karl-Hermann Witte, Vorstand der portfoliomanagement. „Wir sehen IBM als wertvollen Partner mit optimalen Voraussetzungen, um uns in personeller und finanzieller Hinsicht so zu entlasten, dass wir uns ganz auf unser Kerngeschäft konzentrieren können.“

Nach erfolgreicher Migration sämtlicher Daten in die Kredit-, Sicherheiten- und Kundenstammdaten-Systeme der IBM Banking Plattform wird im Herbst 2019 der Start für die laufende Serviceerbringung erfolgen. Dies umfasst die vollständige Administration der Kredit- und Sicherheitenverträge, von der Erfassung der Sicherheiten und der Verbuchung der Kredite bis hin zur Bearbeitung und Überwachung der Zahlungen. Hinzu kommen die Aufbereitung von Bilanzkennzahlen und die kontinuierliche Pflege der Stammdaten.

Neue Technologien gestalten die Zukunft

Kognitive Technologien, Robotic Process Automation (RPA) und Cloud-Services ermöglichen ein zukunftsweisendes Business Process Outsourcing, das digitaler und agiler wird, um intelligentes BPO und AMS anbieten zu können. Ziel ist es, die Bedürfnisse der Kunden vorherzusehen sowie Innovation und neue Blickwinkel zu ermöglichen. Herangehensweisen wie Design Thinking, Cognitive Transformation und Cloud-Innovationen kommen bei IBM Cognitive Process Services (CPS) zum Einsatz und werden zukünftig entscheidend sein für digitale Banking-Plattformen und effiziente Geschäftsprozesse. Genau hier bieten wir unseren Kunden an, von unserem Dienstleistungs-Know-how zu profitieren und unsere optimalen Servicelösungen zu nutzen.

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