Zukunft Industrien

Einfach mehr aus seinen Maschinendaten machen – mit Automatisierung à la Beckhoff

Es ist mehr als spannend, den rasanten Wandel in Zeiten der Digitalisierung und Automatisierung zu verfolgen: Als Beckhoff auf der Hannover Messe im Jahre 2011 einen ersten Prototypen für eine Cloud-Anbindung präsentierte, gab es nicht nur Befürworter. In nur wenigen Jahren ist die Nachfrage nach Cloud-Plattformen jedoch derart in die Höhe geschossen, dass wir zwischenzeitlich sogar selbst überlegt haben, ob sich eine Eigenentwicklung ergänzend zu unseren Automatisierungssystemen lohnt. Schnell haben wir – wie der berühmte Schuster mit seinen Leisten – erkannt, dass die bereits damals sehr weit entwickelten Cloud-Plattformen in Partnerschaft unseren Kunden und auch uns einen wesentlich höheren Mehrwert liefern würden. Viele unserer Kunden haben inzwischen bereits damit begonnen, ihre Maschinen und Anlagen an die Cloud anzubinden, um beispielsweise Produktions- und Betriebsdaten von mehreren Standorten gleichzeitig einfach zugänglich zu machen oder Nutzen aus modernen IoT-Anwendungen zu ziehen. Andere stehen erst davor und überlegen noch, in welchem Anwendungsbereich sie idealerweise anfangen sollten.

Wie auch immer – eine wichtige Erkenntnis gilt dabei für jeden unserer Kunden, egal wie weit er ist: Es sollte so einfach wie möglich sein. So ist es zu unserem Credo geworden, unsere Kunden nicht nur zu entsprechenden Schritten zu ermutigen, sondern ihnen auch die technologische Umsetzung abzunehmen. Genau das war auch der einfache Grund für unsere zahlreichen Kooperationen mit den verschiedensten Technologie-Partnern und für die Entwicklung unserer TwinCAT-IoT-Erweiterung, in welcher wir die technischen Grundlagen für die Verbindung mit deren Systemen bereitstellen. Auch IBM gehört mit der Watson IoT-Plattform nun zu dieser großen Familie – was uns sehr freut.

Unstrukturierte Daten meistern

Mit der Anbindung an IBM Watson IoT erweitern wir das Anwendungsspektrum für unsere Kunden um ein weiteres spannendes Technologiefeld – die Künstliche Intelligenz (KI). Unter anderem möchten wir sicherstellen, dass unsere Kunden ihre Maschinendaten an IBM Watson schicken können und diese dort mittels KI analysieren lassen. Vor allem mit Blick auf die wahre Flut an unstrukturierten Daten wie handgeschriebene Notizen, Bilder und sogar akustische Signale, die in der Praxis enorm vielfältig vorliegen, war dieser Schritt unumgänglich – schließlich würden sonst wichtige Teile der Informationswelt eines Unternehmens gar nicht erst einbezogen werden.

Ein aktuelles Beispiel aus der papierverarbeitenden Industrie macht das deutlich: Einer unserer Kunden ist dabei, die Serviceerfahrung zu digitalisieren. Das ist deshalb notwendig, da viele Kollegen demnächst aus Altersgründen ausscheiden werden, ihr wertvolles Wissen in Bezug auf die Kunden und deren Anwendungen jedoch für die neuen Mitarbeiter erhalten bleiben soll. Diese Kollegen haben u.a. viele Informationen schriftlich festgehalten. Zu diesem „Spezialwissen“ gehört das Beispiel eines Endkunden, der über oft verklebtes Papier geklagt hat. Vor Ort wurde festgestellt, dass dies eine umweltbedingte Ursache hatte und nicht an der Maschine lag – jedes Mal, wenn ein bestimmtes Hallentor in der Nähe offenstand, trat das Problem auf. Es war schlichtweg zu feucht an dieser Stelle. Dies ist eine Information, die sich nicht über Maschinendaten auslesen lässt, sondern nur über die Serviceerfahrung weitergegeben werden kann. Mit IBM Watson IoT besteht nun die Möglichkeit, all diese unterschiedlichen Arten, in denen die Informationen vorliegen, zu verarbeiten und auszuwerten.

Copy+Paste von ein paar Zeilen Code ist alles

Wer Beckhoff kennt, weiß, dass wir schon seit jeher Automatisierung von A bis Z leben und alles dafür mitbringen. Unsere offenen Automatisierungssysteme realisieren wir auf Grundlage der PC- und EtherCAT-basierten Steuerungstechnik. Unser Produktspektrum umfasst die Hauptbereiche Industrie-PC, I/O- und Feldbuskomponenten, Antriebstechnik und Automatisierungssoftware. Für alle Bereiche stehen Produktlinien zur Verfügung, die als Einzelkomponenten oder im Verbund, als ein vollständiges und optimal aufeinander abgestimmtes Steuerungssystem fungieren.

Wie anfangs beschrieben, bekamen wir in den letzten Jahren mehr und mehr Kundenanfragen hinsichtlich Cloud- und IoT-Anbindung. Unsere Automatisierungssoftware TwinCAT haben wir daher 2015 um TwinCAT IoT erweitert und hierfür die Maschinensteuerung mit der Cloud für einen bidirektionalen Kommunikationskanal gekoppelt. Das klingt zwar komplex, ist aber für unsere Kunden ganz einfach. Jeder, der beispielsweise seine Maschinen und Anlagen an IBM Watson IoT anschließen möchte, muss nur das vorbereitete Code-Snippet kopieren und in seinen Anwendungscode einfügen – schon ist die Verbindung hergestellt. Alternativ lässt sich hierfür auch ein grafischer Editor verwenden, um das Engineering so einfach wie möglich zu gestalten. So schnell lassen sich mit den Daten und unserer Automatisierungssoftware neue Mehrwerte generieren, wenn beispielsweise Maschinen und Anlagen überwacht (Condition Monitoring) oder Produktionsdaten analysiert werden, um auf dieser Basis Produkte und Prozesse zu verbessern.

Beckhoff

Alles ist möglich, nur muss es auch umgesetzt werden

Ob holz- oder plastikverarbeitende Industrie, Turbinenhersteller oder Schiffbauer – so breit wie unser Kunden- und Lösungsspektrum ist auch das Feld möglicher zukünftiger Anwendungen. Kein Servicetechniker muss beispielsweise mehr nach einem vorher festgelegten Zeitraum ausrücken, um die Kartuschen in einer Lackieranlage zu überprüfen, nur um festzustellen, dass es noch nicht an der Zeit für einen Wechsel ist. Er fährt einfach erst dann los, wenn vom System ein Wechsel angefragt wurde. Gleiches gilt für Maschinenersatzteile oder die Kalibrierung von Produktionsanlagen. Erst wenn ein Bedarf gemeldet wird, weil der Ausfall einer Komponente droht oder die Maße eines Produkts vom Standard abweichen, findet eine Reaktion statt.

Wie auch immer eine Idee umgesetzt werden soll, eine passende technische Lösung sollte kein allzu großes Hindernis sein. Was zählt, ist der Wille, dieses Vorhaben anzugehen. Wie dann die ersten Schritte aussehen könnten, besprechen wir am besten gemeinsam. Wo und wann? Auf der Hannover Messe zum Beispiel. Vom 1. – 5. April 2019 finden Sie uns am Stand F06 in Halle 9. Wir freuen uns schon auf Sie.

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