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Den Spagat zwischen Mainframes und Cloud Computing meistern

Als eines der größten IT-Unternehmen der Welt ist IBM aktiv an der Gestaltung einer neuen Cloud-Computing-Realität beteiligt. Die Idee, den Betrieb von IT-Anwendungen durch Dritte bereitzustellen, ist dabei nicht neu. Aber erst die letzten Jahre haben Cloud-Computing-Standards wie zum Beispiel Docker Container hervorgebracht. Solche Standards entkoppeln die Anwendungen so stark von der darunterliegenden IT-Infrastruktur, sodass sie mit kaum nennenswerten Aufwand in eine beliebige Container-Management-Produktion überführt und darin skaliert werden können.

Am Markt sind riesige Cloud Provider entstanden, die automatisierte IT-Umgebungen bereitstellen und diesen Service durch Skaleneffekte attraktiv bepreisen können. Auch IBM bietet Cloud Services verschiedenster Ausprägungen in seinen weltweiten Rechenzentren an. Oberste Prämisse als IT-Partner vieler Großunternehmen: den Schutz von Daten und geistigem Eigentum sicherstellen. Dabei setzt IBM auf Open Source und offene Standards in der IBM One Cloud Architektur.

Nutzen von Mainframes im Cloud-Zeitalter diskutiert

IBM kümmert sich aber nicht nur um Cloud Computing. Viele IBM Großkunden betreiben eigene Rechenzentren mit gewachsenen IT-Landschaften aus Distributed Middleware, Datenbanken und Mainframes. In dieser heute gelebten IT-Realität funktionieren die Abläufe reibungslos und gewährleisten einen sehr hohen IT-Qualitätsstandard zu jeder Zeit. IBM hat diese Umgebungen mit aufgebaut und ist ein idealer Partner, um diese weiter auszubauen.

Über die Geschwindigkeit der Cloud-Revolution und der Konsequenz, mit der neue Cloud-Umgebungen anstelle der heutigen IT etabliert werden sollen, gibt es indes unterschiedliche Vorstellungen. Diskussionen hierüber finden sowohl bei IBM Kunden als auch innerhalb der IBM häufig statt.

Bei IBM Mainframes gehen die Meinungen dabei besonders weit auseinander. Stellt IBM Z doch den Inbegriff des klassischen IBM Servers dar, der so oder so ähnlich schon vor 50 Jahren im IT-Markt vertreten war und es bis heute ist. Vielen fehlt einfach die Fantasie, um sich Mainframes im Kontext von Cloud Computing vorzustellen, was an dieser Stelle kein Vorwurf sein soll. Denn Expertenwissen über den „IT-Dinosaurier“ ist rar gesät und bei vielen IBM Kunden werden Mainframe-Umgebungen durch ein exklusives Team administriert. Dieses macht zwar einen tollen Job, hat aber keine Zeit für hausinternes Marketing. So kommt es, dass Mainframes trotz exzellenter technischer Eigenschaften und einem erstklassigen Betriebskonzept ein Schattendasein fristen. Selbst dann, wenn auf dem Mainframe die wichtigsten Anwendungen oder Datenbanken des Unternehmens laufen.

Mainframe-FrauWer könnte es also einem Enterprise-Architekten verübeln, dass er beim Thema Cloud Computing nicht an Mainframes denkt? Das Ergebnis sind leider oft reine Migrationsszenarien, die eine zukünftige Cloud-Architektur anstelle der heutigen IT sehen – was IT-Entscheider und IT-Verantwortliche etwas ratlos zurücklässt. Denn auch wenn Strategien wie „Alles in die Cloud“ oder „Cloud First“ verständlich sind und Innovationen ankurbeln, so ist doch die heutige IT-Realität nicht von heute auf morgen zu ändern. Wenn dann aufgrund einer neuen Strategie die heutige IT nur noch auf Sparflamme gewartet wird, entstehen Anwendungs-Monolithen, die keiner mehr kennt und die später vielleicht viel aufwändiger und länger am Leben erhalten werden müssen als geplant.

Umdenken bei Cloud-Strategien erforderlich

Eine IBM Z & Cloud Arbeitsgruppe in Deutschland, Österreich und der Schweiz hat es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, Mainframes und ihre Eignung für die wichtigsten Cloud-Computing-Disziplinen zu untersuchen.

Als Cloud-Computing-Ideal gelten zurecht containerisierte Apps. Reduziert man Cloud Computing jedoch nur auf diese Technologie, verstellt man die Sicht auf viele andere Cloud Computing-Innovationen, die auch in der heutigen IT möglich sind. Cloud Computing bedeutet zunächst einmal ein hohes Maß an Standardisierung und Automatisierung, was grundsätzlich auch mit IBM Z möglich ist. So wäre es durchaus denkbar, dass sich Cloud-Entwickler in Zukunft – vielleicht sogar ohne es zu wissen – für eine Db2 z/OS-Datenbank auf IBM Z entscheiden. Zum Beispiel, wenn dadurch die Anforderungen am besten erfüllt werden, der Service bezahlbar ist und zudem mit nur einem Klick verfügbar gemacht wird. Die benötigte Technologie für solche standardisierten Provisionierungs-Services ist bereits verfügbar. Das weitaus schwierigere Unterfangen ist jedoch, z/OS-Services als Platform-as-a-Service (PaaS) in einer Cloud-Strategie zuzulassen. Oft erfordert ein solcher Schritt einen gewissen Pragmatismus sowie viele Gespräche und Überzeugungsarbeit – etwa über den Nutzen von Mainframes in einer Cloud-Architektur.

Die Use-Cases für neue Cloud-Anwendungen, die von den Stärken einer Mainframe-Plattform hinter der eigenen Firewall profitieren, gibt es. Zu nennen sind hier insbesondere Anwendungen, die mit besonders schützenswerten Daten arbeiten oder auf transaktionale Daten des Mainframes zugreifen. Falls auf einer Plattform Mainframe-Kernanwendungen laufen, die in Echtzeit mit Services in der Cloud zusammenarbeiten sollen, kommt man einerseits um die Einbindung in die Cloud gar nicht herum. Andererseits ist es dadurch möglich, ein IBM Z Transaktionsmanagement als Persistenz-Back-End für Stateless Cloud Apps zu nutzen und somit quasi das Beste aus beiden Welten zu kombinieren. Denn bei aller Begeisterung für die Idee von Microservices, die per Definition kein Datenhaltungs- und Transaktionsmanagement mehr benötigen: Es ist zumindest schwer vorstellbar, ein Mainframe-Kernbankensystem zu 100 % durch eine Microservices-Architektur zu ersetzen. Eine pragmatische Kombination für die nächsten Jahre könnte hier also sehr erfolgversprechend sein.

Hohe Sicherheit bei riesigen Datenmengen

Zu guter Letzt kann IBM Z auch selbst zu einer Cloud-Plattform werden, indem dort mithilfe von IBM Cloud Private ein Container-Management betrieben wird. Das funktioniert auch im Verbund mit anderen Clouds im eigenen Rechenzentrum. Auch hierbei kann der Mainframe mit Besonderheiten punkten: Die IBM Secure Service Container-Technologie stellt eine von IBM vorkonfigurierte und abgesicherte Linux-Instanz zur Verfügung, zu der selbst Administratoren keinen Vollzugriff haben und somit keine Anwendungen oder Daten verändern können. Für containerisierte Apps bedeutet das eine Verbesserung der Sicherheit und damit die Einhaltung von sehr hohen regulatorischen Anforderungen. IBM betreibt mit dieser Technologie auf dem Mainframe seinen IBM Blockchain Service in der IBM Cloud. Nutzer profitieren zudem von der sehr guten Verschlüsselungsperformance und dem ausgereiften Key Management auf IBM Z.

Mainframe-BlockchainFür reichlich „Untersuchungsmaterial“ für die IBM Z & Cloud Arbeitsgruppe ist also gesorgt. Und auch, wenn niemand behauptet, dass der Mainframe die Cloud-Plattform für alles ist, macht es doch sehr viel Sinn, diese wandlungsfähige Plattform bei neuen Cloud-Projekten aktiv in die Strategiefindung miteinzubeziehen. Natürlich ist nicht jede Kundenumgebung gleich und hier und da werden neue Cloud-Anwendungen auch Mainframe-Altwendungen ersetzen. Doch im Großen und Ganzen kann IBM Z durch gezielte Investitionen einen Hybrid- oder gar Multi-Cloud-Ansatz befeuern, absichern oder tragen – ganz wie es der Kunde möchte.

Das neue Whitepaper zu diesem Thema beschreibt noch einmal detailliert die genannten Disziplinen und noch weitere für Cloud und IBM Z. Außerdem liefert es Anregungen, welche Lösungen für den entsprechenden Ausbau in Frage kommen.

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