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Clouds brauchen Management – viele Clouds ein orchestriertes Multi-Cloud Management

Jeder der einmal ein Symphonieorchester gehört hat und vielleicht sogar die zum gespielten Stück passende Partitur in der Hand hielt, bestaunt die Synchronisierungsleistung und die Kreativität, die so viele unterschiedliche Instrumente melodisch zum Klingen bringen. Dafür brauchen Orchester die Dirigenten, die den Überblick behalten. Denn viele Einzelstimmen gleichzeitig ergeben noch längst keine Harmonie. Ähnlich ist es in modernen IT-Infrastrukturen mit der heute üblichen Vielzahl an Cloud-Lösungen. Auch dort braucht es dringend Übersicht und Koordination, eine Orchestrierung – kurz Multi-Cloud Management.

Und tatsächlich kann man in den meisten Fällen von multiplen Clouds sprechen. Es sind nämlich mitnichten alle Workloads inzwischen in Public Clouds gewandert. Der Cloud-Markt hat sich dahin entwickelt, die Kunden zu unterstützen, die ihre lokalen Systeme erhalten, gleichzeitig aber auch eine Vielzahl von Cloud-Plattformen und Anbietern nutzen wollen. Die Herausforderung liegt dabei in der Integration. Laut einer aktuellen Studie des IBM Institute for Business Value (IBV) nutzen heute die meisten Unternehmen unterschiedliche Formen des Cloud-Computing. Dazu wurden in diesem Jahr 1.106 Führungskräfte aus 19 unterschiedlichen Branchen und 20 Ländern befragt. Satte 85 Prozent haben mehr als eine Cloud-Umgebung im Einsatz. 66 Prozent nutzen bis zu 15 verschiedenen hybride Clouds. Und 98 Prozent – also fast alle – gaben an, dass sie innerhalb der nächsten drei Jahre multiple, hybride Clouds nutzen werden.

Viele Clouds – keine Lösung?

Obwohl demnach eigentlich jeder mit Multicloud-Architekturen umgeht, fühlen sich die meisten dem komplizierten Management dieser Strukturen nicht gewachsen. Derzeit haben nicht einmal die Hälfte der Studienteilnehmer (41 %) eine konkrete Multi-Cloud-Management-Strategie und nur ein knappes Drittel nutzt eine Art von Management- und Orchestrierungs-Plattform dazu. Das ist besonders bedauerlich, wenn man bedenkt welche Wertschöpfung in Cloud-Umgebungen schlummert. Die Entwicklung von effizienten Applikationen und die Nutzung der eigenen Unternehmensdaten für Einsatzgebiete wie künstliche Intelligenz oder Blockchain sind nur einige Möglichkeiten, die man sich dadurch entgehen lässt – oder nicht so umfassend nutzt, wie es möglich wäre.

Ein Hemmschuh bei der Verlagerung von geschäftskritischen Anwendungen in die Cloud sind Bedenken hinsichtlich der Leistungsfähigkeit, des Integrationsaufwands und der unternehmensinternen Sicherheits- und Datenschutzbestimmungen. Außerdem arbeiten die verschiedenen Abteilungen oft isoliert voneinander und nicht gemeinsam an einem erfolgversprechenden, übergreifenden Cloud-Konzept – wie zum Beispiel bei den Möglichkeiten für das Personalwesen im Rekrutierungsprozess, beim Tracking in der Fertigung oder den Marketing-Potentialen in Kundenbeziehungen.

All das kann wie in einem großen Orchester auf einer Plattform zusammengeführt und geordnet werden. IBM stellt mit dem Multicloud Manager eine solche technische Lösung zum offenen und interoperablen Betrieb von Multi-Cloud-Systemen vor. Die Lösung integriert auch Clouds anderer Anbieter wie Amazon, Red Hat und Microsoft. Über eine neuartige Bedienkonsole koordinieren und managen Unternehmen ihre Geschäftsanwendungen, die im eigenen Rechenzentrum laufen und können sie flexibel in Public und Private Clouds verschieben.

Basis ist die Kubernetes Container-Orchestrierungstechnologie, mit der auch die IBM Cloud Private-Plattform läuft. Mit diesem Open-Source-Ansatz für das „Verpacken“ von Anwendungen in Container wird die Verwaltung über multiple und hybride Cloud-Umgebungen hinweg einfacher und kostengünstiger. Damit ist die Administration tausender Kubernetes-Anwendungen und großer Datenmengen möglich, unabhängig davon, wo sie sich befinden.

Es sind vor allem drei Vorteile, die ein Einsatz des IBM Multicloud Managers mit sich bringt:

  1. Mehr Transparenz, damit Unternehmen endlich einen klaren Überblick über alle ihre Kubernetes-Anwendungen, alle Cluster und Container über Herstellergrenzen und Cloud-Formen hinweg bekommen.
  2. Mehr Kontrolle, da alle Sicherheitsanforderungen und gesetzlichen Bestimmungen in jeder Umgebung, bei jedem einzelnen Workload umgesetzt werden.
  3. Effiziente Automation, denn die Unternehmen können selbst festlegen, welche Risiko-Minimierung sie wo genau brauchen und was bei einem Systemausfall passiert – transparent und nachvollziehbar.

Dadurch können Unternehmen sicherstellen, dass ihre Multi-Cloud-Umgebungen harmonisch zusammenarbeiten – ganz ohne Misstöne.

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