Innovation

Eine KI-Plattform für Alles

Künstliche Intelligenz (KI) kreiert Tausende neue Möglichkeiten und stößt Türen in digitale Welten auf, die vorher unerreichbar waren. Um bei diesem Fortschritt nicht den Anschluss zu verpassen, investieren viele Unternehmen derzeit kräftig in die neue Technologie. Von Chatbots, die Marken helfen, Gespräche mit ihren Kunden zu personalisieren, bis hin zu Systemen, die jahrzehntelanges institutionelles Wissen für einen Fachexperten sofort zugänglich machen. Eine aktuelle Studie vom IBM Institute of Business Value unter 5.000 Führungskräften zeigt, dass 82 Prozent der Befragten konkret über die Einführung von KI nachdenken. Gebremst wird diese Entwicklung allerdings vom leergefegten Arbeitsmarkt für KI-Experten. 63 Prozent der Studienteilnehmer gaben an, dass sie selber im Unternehmen nicht die nötigen Kompetenzen haben. Ein weiterer Bremsklotz ist mangelndes Vertrauen in die denkenden Maschinen. Nicht jeder wird sich gleich ein Zukunftsszenario wie in der Anfangssequenz des 80er Jahre Blockbusters „Terminator“ ausmalen, in der die Weltherrschaft der Maschinen in düsteren Farben gezeichnet wird, aber ein gewisses Unbehagen ist spürbar. Immerhin 60 Prozent der Studienteilnehmer machen sich Gedanken, ob sie KI vertrauen können und ob die neue Technologie auch allen rechtlichen Vorschriften entspricht.

Zusammenarbeit statt Silodenken

Was wäre, wenn man diesem Misstrauen gegenüber Künstlicher Intelligenz mit den Möglichkeiten von Künstlicher Intelligenz begegnen könnte? Etwa mit umfassender Transparenz in die schier endlosen Datenanalyse-Kapazitäten der KI oder für die auditsichere Einhaltung aller Vorschriften, einschließlich der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Mit AI OpenScale stellt IBM jetzt eine herstellerübergreifende Plattform vor, die das Arbeiten mit unterschiedlichen KI-Tools von mehreren Anbietern an einem einzigen Ort ermöglicht. Wie das funktioniert? Indem AI OpenScale mit jedem auf Open Source-basierten Machine- und Deep Learning-Modell zusammenarbeiten kann – zum Beispiel Tensorflow, Scikitlearn, Keras und Spark ML. Außerdem kann die Plattform Anwendungen und Modelle verwalten, die in anderen gängigen Umgebungen trainiert und gehostet werden, wie IBM Watson, IBM PowerAI, Seldon, AWS SageMaker, Azure ML und andere Engines außerhalb von IBM.

KI-Empfehlungen lückenlos nachvollziehen

Ganz nach den IBM Ethik-Richtlinien macht die neue Open Source-Plattform transparent, wie die KI entwickelt, verwendet und ausgeführt wird – und welche Datengrundlagen und Zusammenhänge für die Empfehlungen herangezogen werden. Entscheidend ist dabei die Datenqualität: KI-Systeme sind nur so gut wie die Daten, mit denen sie trainiert werden. Qualitativ schlechte Daten können implizite rassistische, geschlechtsspezifische oder ideologische Vorurteile enthalten. Da wir an der Entwicklung von KI-Systemen arbeiten, denen wir vertrauen können, ist es wichtig, diese Systeme mit unvoreingenommenen Daten zu entwickeln und zu trainieren sowie Algorithmen zu entwickeln, die leicht zu erklären sind. Aus diesem Grund überwacht die AI OpenScale-Plattform mithilfe einer automatisierten Anti-Bias-Technologie KI-Anwendungen kontinuierlich und korrigiert mögliche Verzerrungen bereits während der Ausführung. So werden nicht ausgewogene, statistisch nicht signifikante oder „unfaire“ Bewertungen sichtbar und können durch Optimierung der Inputdaten und „Nachtrainieren“ der Algorithmen verbessert werden.

Zu einer transparenten Offenlegung der Entscheidungswege von KI gehört auch, dass jede Vorhersage, jede Modellversion und jegliche Trainingsdaten dokumentiert und gespeichert werden – und damit Unternehmen bei der auditsicheren Einhaltung von Compliance-Richtlinien und der DSGVO unterstützt. Das ist besonders in stark regulierten Branchen wie dem Finanz- und Gesundheitswesen oder auch in datenintensiven und -sensiblen Branchen wie der Automobil- oder der Pharmaindustrie relevant, in denen die Einhaltung der DSGVO und anderer umfassender Vorschriften erhebliche Hindernisse für eine breite Anwendung von KI darstellen. Mit AI OpenScale brauchen sich Unternehmen keine Sorgen mehr bei Audit-Ankündigungen machen, da sie einen Überblick über die Empfehlungen ihrer KI-Anwendungen haben und diese zu jeder Zeit lückenlos rückverfolgen und nachvollziehen können – unabhängig davon, ob sie in der Private Cloud des Unternehmens, in der IBM Cloud oder in Cloud-Umgebungen anderer Anbieter laufen.

NeuNetS: KI mit KI entwickeln

Und ändern sich die Anforderungen an die KI, durchläuft die KI einen Selbstoptimierungsprozess. Möglich macht das die neue KI-Technologie NeuNetS (Neural Network Synthesis), die als Teil von AI OpenScale automatisch kundenspezifische neuronale Netze für Text- und Bildmodelle erstellt und optimiert, damit sie sich leichter an die wechselnden Bedürfnisse des Nutzers und des Anwendungsfalles anpassen lässt. Unternehmen benötigen damit nur noch einen Bruchteil der Zeit beim Aufbau, Training und bei der Optimierung von KI-Anwendungen – ein wichtiger Durchbruch, da vielerorts geschultes Fachpersonal fehlt. Die Technologie befindet sich aktuell noch in der Entwicklung. Benchmarks zeigen jedoch, dass NeuNetS Unternehmen helfen kann, innerhalb weniger Stunden und nicht erst nach Wochen und Monaten eine Genauigkeit zu erreichen, die der eines von Experten entwickelten KI-Modells entspricht. Überflüssig werden Data Scientists jedoch nicht, denn sie übernehmen die Feinabstimmung und Optimierung der KI-Anwendungen.

Künstliche Intelligenz birgt ein enormes Potenzial, das für manche zunächst beängstigend erscheinen mag. Die Wurzel dieser Unsicherheit ist in vielen Fällen ein mangelndes Verständnis darüber, wie KI eigentlich funktioniert und ob es für den individuellen Workflow im Unternehmen geeignet ist. AI OpenScale adressiert diese Bedenken und schafft eine Plattform, die KI-Ergebnisse transparent und erklärbar macht – und dabei Unternehmensrichtlinien und regulatorische Anforderungen einhält. AI OpenScale wird noch in diesem Jahr über die IBM Cloud und IBM Cloud Private verfügbar sein.

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