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Eine Frage der Ethik – Wie KI verantwortungsvoll weiterentwickelt werden kann

Die Diskussion um die Ethik in der Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI) wird mit viel Engagement und Emotion und auf jeder Seite mit vielen guten und nachvollziehbaren Argumenten geführt. Und es ist wichtig, dass sie geführt wird. Künstliche Intelligenz (KI) eröffnet ungeahnte Möglichkeiten für die unterschiedlichsten Gesellschaftsbereiche, sie muss aber ethischen Grundprinzipien entsprechen. Jede Organisation, die KI entwickelt und nutzt sowie Daten hostet oder verarbeitet, muss dies verantwortungsvoll und transparent tun. Unternehmen wie wir müssen deutlich machen, wie KI-Systeme trainiert werden, welche Daten für dieses Training verwendet werden und vor allem, was in die Empfehlungen ihres Algorithmus einfließt. Nur wenn wir diese Fragen beantworten, können wir glaubwürdig auftreten. Für uns gehört zum Thema Ethik natürlich auch der Umgang mit unseren Kunden, zum Beispiel, wenn es um deren Daten geht. Es ist selbstverständlich, dass die Daten dem Kunden gehören und nicht weiterverwendet werden. Fragen der Ethik verlangen einen klaren Standpunkt beziehungsweise klare Richtlinien. Mit Grauzonen oder Handlungsspielräumen schaden wir dem Image und damit auch der Entwicklung von KI. Ihr Fokus liegt schließlich darauf, die menschliche Intelligenz zu erweitern und den Menschen zu unterstützen. Daran arbeiten wir tagtäglich.

Unsere selbst aufgestellten Vertrauens- und Transparenzprinzipien bilden dabei das Fundament für unser Handeln. Damit bleiben wir unseren Wurzeln bei der Entwicklung leistungsfähiger Technologie mit klarer und verantwortungsvoller Zielsetzung treu. Wir sind aber nur ein Teil der gesamten KI-Entwicklung, gemeinsam mit anderen Beteiligten können wir sehr viel mehr erreichen. Deshalb rufen wir auch andere Technologieunternehmen auf, diesen Leitlinien zu folgen und damit das Vertrauen in die gesamte Branche zu stärken. Die EU geht mit gutem Beispiel voran und hat eine Strategie präsentiert, die Koordination und Kohärenz bei der KI-Entwicklung in der gesamten EU gewährleistet. Eine hochrangige Expertengruppe aus Philosophen, Psychologen, Soziologen und Ökonomen arbeitet daran, KI-Ethikleitlinien zu definieren sowie Strategien und Anreize für die KI-Forschung in Europa zu empfehlen. Obwohl auch ein internationaler Ansatz erforderlich ist, ist die Arbeit der EU an der Erstellung ethischer Leitlinien von großer Bedeutung und könnte als globales Muster dienen. Und die ersten Ergebnisse dieser Arbeit sind schon zu sehen: Viele Schlüsselthemen rund um Künstliche Intelligenz flossen bereits in Verordnungen ein, wie zum Beispiel die EU-weite Regelung des Datenschutzes und der Datenverarbeitung durch die DSGVO.

Bei IBM sind wir bestrebt, gesellschaftliche Belange bereits in einem frühen Stadium der Forschung und Entwicklung zu berücksichtigen. So haben wir beispielsweise eine KI-Empfehlungstechnik für Kinderfilme entwickelt, die die Suchergebnisse basierend auf den Präferenzen der Eltern optimiert und auch erlernte ethische Verhaltensregeln berücksichtigt. Aber natürlich gehen die Potenziale von KI sehr viel weiter und mögen für manche auf den ersten Blick beängstigend erscheinen. Diese Bedenken nehmen wir ernst und möchten uns aktiv an der Diskussion über die Chancen, aber auch über die Grenzen von Künstlicher Intelligenz beteiligen und aufklären. Ich freue mich schon auf den offenen und konstruktiven Dialog – mit denen, die selber an der Weiterentwicklung von KI arbeiten und mit denen, die bislang wenige Berührungspunkte haben, aber so wie ich neugierig auf die Zukunft sind.

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