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Digitale Transformation in der Supply Chain: kognitive Technologie für eine transparente, intelligente und vorausschauende Lieferkette

Die Geschäftsprozesse von heute gehen weit über die Optimierung der Supply Chain hinaus. Das traditionelle Modell der Beschaffung, Herstellung und Verteilung von Produkten ist veraltet; noch ist die Lieferkette weitgehend segmentiert und nicht digitalisiert.

Wie kann sich die Industrie an die neuen Gegebenheiten der Digitalisierung anpassen, wie muss sie sich weiterentwickeln? Der erste Schritt ist das Verständnis der Bedürfnisse, Anforderungen und Wünsche der Verbraucher. Neue, prädiktive Werkzeuge und Technologien schaffen diese wichtige Basis. Auch die Lieferkette selbst wandelt sich: Die Blockchain digitalisiert die Transaktionen zwischen den Parteien. Im Internet der Dinge kann die physische Bewegung der Güter nachverfolgt werden. Die Kombination von Blockchain und Internet of Things ermöglicht volle Transparenz über die gesamte Supply Chain hinweg, von der Produktkonzeption bis hin zu den Endkunden.

Modernisierungsbedarf in der Logistik

Wenn ich heute bei Amazon ein Buch bestelle, kann ich exakt nachverfolgen, wann meine Bestellung in einem Postkasten ankommen wird. In der fertigenden Industrie ist das noch immer nicht möglich. Und niemand weiß, warum eigentlich. Um das zu ändern, muss man sich zwei Entwicklungen klarmachen. Zum einen war der technologische Fortschritt der vergangenen Jahre so rasant, dass man sich plötzlich vieles leisten kann, was vor kurzem noch unerschwinglich war. Und zum anderen setzen die vernetzten Welten voraus, dass sich Partner an einen Tisch setzen, die in der Vergangenheit nichts miteinander zu tun hatten. In öffentlichen Logistikunternehmen ebenso wie in Fertigungsbetrieben herrscht derzeit ein enormer Modernisierungsbedarf.

Symbiose aus Technologie- und Prozesssicht

Die Digitalisierung der Industrie darf dazu nicht nur technologieseitig betrachtet werden, sondern muss prozessseitig die einzelnen Komponenten der Supply Chain berücksichtigen. Im ersten Schritt muss das Umfeld der Supply Chain abgesteckt werden: Innerhalb eines Unternehmens werden beispielsweise andere Technologien benötigt, als bei der Einbindung von externen Lieferanten oder Endkunden. Die zweite wichtige Frage ist, um welches Gut geht es? Geht es um eine ganze Palette oder nur um einzelne Stücke, oder handelt es sich bei dem Gut um ein verderbliches Produkt? Sobald das unabdingbare Know-how der Branche und der Prozesse vorhanden sind, geht es schließlich um die Frage, was digitalisiert werden soll. Soll zum Beispiel nur die Nachverfolgbarkeit von Paketen abgedeckt werden, ein digitales Kundenprofil zusätzliche Informationen für verkaufsfördernde Maßnahmen bieten oder sollen mit Lieferanten beispielsweise Bestellungen unter saisonalen Effekten besser abgestimmt werden?

Egal ob Zulieferer, Fertiger, Retailer, Logistiker oder Endkunden –die gesamte Kette muss durchgängig abgestimmt sein. Digitalisierung funktioniert nur über Netzwerke, in denen die Unternehmen zusammenarbeiten. Mit diesem Thema hadern aber selbst die wirklich großen Unternehmen in Österreich immer noch.

Konsumgüterindustrie ist Vorreiter

Einer der Vorreiter ist die Konsumgüterindustrie, das veranschaulicht ein aktuelles Beispiel: Es ist für einen Kunden heute möglich, einen Schuh im Web individuell nach seinen eigenen Wünschen zu designen. Die Konfiguration wird anschließend direkt übers Internet an die Fabrik weitergeleitet. Dies bringt zwei Anforderungen mit sich: Auf der Endkundenseite müssen Unternehmen eine Lösung anbieten, die es dem Kunden ermöglicht kreativ zu sein. Produktionsseitig müssen die Fertigungsstraßen so gestaltet sein, dass Flexibilität ohne lange Stehzeiten durch Umrüsten möglich ist. Jeder Kunde soll individuell in einem möglichst standardisierten Prozess erreicht werden. Hier gilt es einen Bogen zu spannen: effizient in der Fertigung zu arbeiten, sowie individuell auf jeden Kundenwunsch eingehen. Das betrifft sowohl das Produkt als auch den Service. Es kauft niemand mehr die Produkte an sich, sondern die Nutzung.

Die Herausforderung in der Logistik wird sein, sich auf wesentliche Komponenten zu fokussieren. Schuhe sind ein gutes Beispiel, weil es nur eine gewisse Spanne an Schuhgrößen gibt. Die Farbe kann in einem standardisierten Prozess individuell gewählt werden. Was die Materialien betrifft wird es schon spannender, hier steht die Schuhindustrie vor der  Herausforderung, die Materialien in den entsprechenden Kombinationen vorrätig zu haben. Hier stehen wir noch am Anfang.

Digitalisierung: die Zukunft der Branche

Etablierte Branchengrenzen verschwinden immer mehr und die Änderungen der modernen Geschäftsmodelle durch die Digitalisierung üben einen enormen Druck auf die Lieferkette aus. Wenn Unternehmen jedoch einen besseren Einblick in Daten und Prozesse haben, hilft dies, mögliche Unterbrechungen und Risiken, die den Wettbewerbsvorteil bedrohen, vorherzusagen und zu minimieren.

Supply Chain profitiert von DigitalisierungDie kognitiven Learning-Fähigkeiten der Watson Supply Chain-Lösungen setzt genau hier an und unterstützt Unternehmen dabei, die täglichen Entscheidungen und Maßnahmen zu beschleunigen und zu verbessern. IBM Watson Supply Chain analysiert und lernt die typischen Beziehungsmuster in der Lieferkette, erkennt Anomalien und warnt Einkäufer vor potenziellen Lieferstörungen, prognostiziert zeitliche und finanzielle Auswirkungen und schlägt vor, welche Experten umgehend einbezogen werden müssen, um das Problem anzugehen.

Unabhängig von der Technologie ist die Digitalisierung der globalen Supply Chain die Zukunft unserer Branche. Die digitale Supply Chain macht Marken flexibler und geschickter, sie integrieren das Kunden-Feedback kontinuierlich und verbessern die gesamte Zusammenarbeit zwischen Verbrauchern, Marken, Einzelhändlern, Herstellern und Designpartnern.

Hier finden Sie einen Beitrag zu Supply Chain und Blockchain auf dem IBM THINK Blog.

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