Blockchain

Studie: Flaute oder Auftrieb? Blockchain gewinnt an Relevanz für Schweizer Unternehmen

Der Einsatz von Blockchain-Technologien gewinnt weiter an Relevanz für grössere Unternehmen in der Schweiz. Dies ist das zentrale Ergebnis der zweiten IBM Blockchain-Studie. Über die Hälfte der fast 70 befragten Unternehmen arbeitet demnach bereits heute an konkreten Blockchain-Initiativen. Sie untersuchen mögliche Einsatzszenarien, führen Machbarkeitsstudien durch oder nutzen Blockchain-Technologie bereits produktiv. Fast 70 Prozent von ihnen erkennen dabei das strategische Potenzial der Technologie an.

Gleichzeitig zeigt sich gegenüber 2016 ein differenzierteres Bild, wenn es um die möglichen Vorteile geht: Nicht mehr die Effizienz alleine ist das entscheidende Kriterium. Auch die Entwicklung besserer Produkte und Dienstleistungen sowie neue Möglichkeiten für den Aufbau von Kundenbeziehungen spielen nach Meinung der Befragten eine zunehmend wichtigere Rolle.

Mehr als die Hälfte der Unternehmen arbeitet an Blockchain-Initiativen

2016 führte IBM in der Schweiz ihre erste Marktstudie zur Akzeptanz von Blockchain-Technologien in Unternehmen durch. In dieser kurzen Zeitspanne hat sich die Haltung zu diesem Thema in einigen Bereichen deutlich verändert: Damals erklärten erst rund ein Drittel der Befragten, dass sie sich aktiv mit dem Einsatz von Blockchain in ihrer Organisation auseinandersetzen würden. Ein Jahr später sind es über die Hälfte.

Eine Mehrzahl ging zudem 2016 davon aus, dass Blockchain frühestens 2019 wirklich relevant für sie werden würde. Diese Einstellung haben nun viele Unternehmen revidiert: Über 40 Prozent sind der Meinung, dass Blockchain ihr Geschäft im Zeitraum 2017-2019 signifikant beeinflussen wird. Dazu passt auch der starke Anstieg der sogenannten „Explorer“, also derjenigen, die die Chancen von Blockchain bereits jetzt aktiv ausloten: die aktuelle Studie verzeichnet einen Anstieg um fast 90 Prozent gegenüber 2016.

Nur noch weniger als zehn Prozent lässt das Thema vollkommen kalt. 2016 hatte noch mehr als ein Drittel der Befragten entweder nichts über Blockchain gehört oder kein Interesse am Thema.

Blockchain geht in die Breite

2016 führten der Distributions- und Finanzsektor die Liste der Branchen an, die sich vorrangig mit dem Thema auseinandersetzten. Der industrielle Sektor, Telekommunikations-Unternehmen und öffentliche Verwaltungen lagen zurück. In der aktuellen Studie liegt der Distributions-Sektor zwar immer noch vorne, doch tendenziell beschäftigen sich heute alle genannten Branchen gleichermassen mit dieser Thematik.

Der Finanzsektor gehörte zu den Blockchain-Vorreitern – inzwischen folgen immer mehr Branchen

Immer häufiger geht es dabei auch um Fragen jenseits der Effizienzsteigerung: Die Erweiterung der Wertschöpfungskette in noch nicht abgedeckte Bereiche sowie mögliche Vorteile für Kunden spielen eine immer wichtigere Rolle ebenso wie Qualitätsverbesserungen bei Produkten und Services. Damit verändert sich auch die Beurteilung des Nutzens bzw. der Value Proposition. Genau hier ergeben sich auch Fragezeichen: Denn noch fehlt vielen Teilnehmenden der Studie eine genaue Vorstellung darüber, wie diese Value Proposition tatsächlich aussehen soll. Darüber hinaus bestehen Unsicherheiten im Hinblick auf die Einhaltung regulatorischer Bedingungen sowie Bedenken über einen Mangel an qualifizierten Mitarbeitenden, die mit der Technologie vertraut sind und mit ihr arbeiten können.

Blockchain braucht ein Ökosystem

Fehlende Partnerschaften mit anderen Unternehmen und der Mangel an etablierten Kooperationen und Allianzen sehen gegenüber dem Vorjahr mehr Befragte als Hindernisse für den strategischen Einsatz von Blockchain in ihrem Unternehmen. Gleichzeitig gaben nahezu alle Befragten an, dass sie mit den verschiedenen Partnern in der Wertschöpfungskette im Gespräch sind. Diese bereits bestehenden Beziehungen könnten eine gute Chance sein, auch für Blockchain-Initiativen Mitstreiter zu finden und Partnerschaften zu schmieden.

Eine weitere Frage ist gegenwärtig ebenfalls noch nicht entschieden: Ob es besser ist, zunächst ein Ökosystem aufzubauen und dann erst eine entsprechende digitale Plattform für die Blockchain zu etablieren oder umgekehrt. Beide Strategien sind unserer Meinung nach gleichermaßen tauglich. Die Entscheidung hängt davon ab, wie neuartig das Geschäftsmodell ist, wie weit Prozesse in der Wertschöpfungskette standardisiert sind und auch davon welche Rolle das Unternehmen im Markt hat.

Generell empfehlen wir, eine skalierfähige Value Proposition zu entwickeln, in der der Nutzen des Einsatzes von Blockchain eindeutig dargestellt und nachvollziehbar ist und dann in iterativen Schritten vorzugehen und die Lösung wie auch das Ökosystem zu skalieren. So können auch die letzten Zweifler überzeugt werden und die enormen Chancen und Vorteile von Blockchain erkennen.

Über die IBM Blockchain Studie: Im Rahmen dieser Studie hat IBM im zweiten Halbjahr 2017 fast 70 Entscheidungsträger in Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen in der Schweiz persönlich befragt. Die Unternehmensgrösse variiert von weniger als 500 bis mehr als 100.000 Mitarbeiter, wobei mehr als 90 Prozent der Befragten Unternehmen mehr als 500 Mitarbeiter haben, fast die Hälfte mehr als 10.000. Fast die Hälfte der Unternehmen sind zudem international bzw. global tätig.

Die komplette IBM Blockckchain Studie können Sie hier herunterladen.

Weitere Informationen zu IBM Blockchain gibt es hier.

IBM THINK Blog DACH hat bereits über mehrere Anwenderbeispiele für Blockchain berichtet: unter anderem zum Thema Maersk und Logistik bzw. Lieferkette und Lebensmittelsicherheit.

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Stefan Scherrer

Naja. Ich bin weissgott ein Blockchain Fan. Aber: Bin nicht sicher ob die Studie und der Vorjahresvergleich wirklich repräsentativ ist…

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