Moderne Arbeitswelten

New Work: Wie sich unsere Arbeit verändert

Wie und warum verändert sich unsere Arbeit? Und wie sieht das Büro der Zukunft aus? Das zeigten Design Offices und IBM unter dem Motto „Cognitive Ways to work“ auf der CeBIT 2017.

Stundenlange Meetings in fensterlosen Räumen – ohne Kekse und Getränke? Überfüllte Großraumbüros mit laut telefonierenden Kollegen? Gähnend leere Korridore, auf denen alle Türen zu sind? Feierabend machen, wenn der Chef geht? Oder jeden Tag um fünf Uhr den Stift fallen lassen? Optimale, flexible Rahmenbedingungen für produktives und kreatives Arbeiten sehen anders aus.

Doch die Zeiten ändern sich: Unsere Arbeitswelt steckt mitten in einem radikalen Wandel. Viele erledigen ihre Aufgaben heute schon wann, wo und wie sie wollen: Schließlich gibt es leistungsfähige mobile Geräte, mit denen wir überall ins Internet gehen können. Dank der Cloud können wir jederzeit all unsere Informationen abrufen und bearbeiten.

Digitalisierung erfordert intelligenten Mix aus Arbeitsmodellen

Das Gute daran: Wir werden beim Arbeiten beweglicher und unabhängiger. Auf der anderen Seite verliert die Bindung an unseren Schreibtisch im Unternehmen immer mehr an Bedeutung. Einige Unternehmen möchten das Pendel daher wieder in die andere Richtung bewegen. Auch bei IBM steht das Thema aktuell auf der Agenda. Dennoch soll das flexible Arbeiten weiterhin einen wichtigen Stellenwert haben.

Nach Ansicht von Stefan Pfeiffer, bei IBM zuständig für das Marketing für CIOs in DACH, gibt es in punkto New Work ohnehin kein Entweder-oder: „Die ganze Diskussion um Home Office versus Arbeiten im Büro geht am Thema komplett vorbei. (…) Es geht um die intelligente Mixtur: Natürlich gibt es Arbeit, die zusammen im Büro (…) besser erledigt wird. Andere Aufgaben erledigt man besser daheim, ungestört, und natürlich sollte man dort auch modernste, benutzerfreundliche Lösungen zur Zusammenarbeit und Kommunikation einsetzen.“

Fest steht: Unternehmen stehen angesichts der voranschreitenden Digitalisierung vor riesigen Herausforderungen. Teams in Unternehmen müssen daher auch „live“ zusammenkommen, um Lösungen für die Zukunft zu entwickeln. Doch die besten Ideen hat man nicht unbedingt im eigenen Meeting-Raum. An welchem Ort also kann man sich neu erfinden und vor allem schneller ins Handeln kommen?

Wie sieht die neue Arbeitswelt im Angesicht von digitaler Transformation und künstlicher Intelligenz aus? Besuchen Sie das IBM HR Festival 2017 im Rahmen der republica 2017 in Berlin.

Sehnsucht nach Orten der Geborgenheit für die Arbeit

Diesen Bedarf hat Michael O. Schmutzer, CEO und Gründer von Design Offices, früh erkannt. Sein Unternehmen bietet seit 2008 entsprechende Lösungen für „Corporate Coworking“ an. Schmutzer: „In einer zunehmend fließenden Arbeitswelt gibt es eine Sehnsucht nach Orten der Geborgenheit, an denen man sich austauschen, gemeinsam arbeiten oder lernen kann.”

Schmutzer_Pfeiffer

Wollen das Thema „New Work“ gemeinsam voranbringen: Stefan Pfeiffer von IBM (links) und Michael O. Schmutzer (Design Offices)

CeBIT 2017: IBM und Design Offices zeigen „Cognitive Ways to work“

Das eine ist die inspirierende Wohlfühl-Location für eine bessere und kreativere Zusammenarbeit. Das andere sind innovative Lösungen und Technologien, die das neue Arbeiten sinnvoll unterstützen – beispielsweise kognitive Systeme, die dabei helfen, unstrukturierte Daten wie Texte, Bilder oder Präsentationen schneller zu verarbeiten und zu nutzen.

Genau hier kommt IBM ins Spiel. Auf der CeBIT 2017 zeigte das Unternehmen gemeinsam mit seinem Kooperationspartner Design Offices, wie das Büro der Zukunft aussehen könnte.

Wie unterstützt „Watson Work“ Sie bei Ihrer Arbeit? Erfahren Sie hier mehr.

Bei den Besuchern am IBM-Stand in Halle 2 traf das Konzept, das unter dem Motto „Cognitive Ways to work“ präsentiert wurde, offensichtlich einen Nerv. Sitzgruppen, informell gestaltete Stehtische, die gemütliche Ecke am Bücherregal, abgeschirmte Besprechungsinseln oder eine kleine Tribüne waren voll mit Menschen, die sich bei IBM-Experten über das Thema „New Work“ informierten und im hektischen Messetrubel einen angenehmen Ort für den Austausch suchten.

Kreative Zwischenräume statt Bällebäder

Drei Treiber sieht Michael O. Schmutzer für die radikale Veränderung der Arbeitskultur:

  • Digitale Transformation: Branchen wie Automotive, Energy oder Finance stellen ihre Geschäftsmodelle auf den Prüfstand und entwickeln neue Strategien für die Zukunft.
  • Sharing Economy: Der Besitz steht heute nicht mehr an erster Stelle. Ein bekanntes Beispiel dafür ist das Carsharing, das sich vor allem in Städten wachsender Beliebtheit erfreut.
  • Gesellschaftlicher Strukturwandel: Vor allem die Generation Y (oft auch als Millenials bezeichnet) möchte insgesamt selbstbestimmter arbeiten.

Schmutzer schätzt, dass die Arbeit in Unternehmen schon in wenigen Jahren zu 40 Prozent aus Projektarbeit bestehen wird. In acht deutschen Städten bietet Design Offices mit 150 Mitarbeitern flexible Raumangebote für den individuellen Bedarf von insgesamt 2.000 Nutzern an. Dabei setzt der Anbieter auf designorientiertes Ambiente gepaart mit Funktionalität und einer perfekten Infrastruktur, die rund um die Uhr zur Verfügung steht.

Kreativität entsteht „im Zwischenraum“, sagt Schmutzer. Auch wenn der Pionier für New Work damit neue Möglichkeiten der Begegnung und des Austausches meint, geht es ihm mitnichten um einen hohen Kuschelfaktor. „Pizza für alle oder Bällebäder haben ausgedient. Bei uns wollen die Kunden konzentriert arbeiten.“

Brainstorming hoch über München

Bei Design Offices kommen unterschiedlichste Unternehmen für Workshops und Events zusammen – darunter auch Projektteams von großen Konzernen, welche die Räume des Anbieters auch über längere Zeit nutzen. Bei ihrer kreativen Arbeit spielen analoge Hilfsmittel wie Stift und beschreibbare Wände nach wie vor eine große Rolle. Die Frage, welche Technologien mit welcher Intelligenz in Zukunft sinnvoll in das Konzept integriert werden können, will man gemeinsam mit IBM weiterverfolgen.

Das jüngste Projekt des New Work Experten zeigt besonders deutlich, dass hierzulande Bewegung in die Arbeitskultur gekommen ist: In den obersten Etagen der München Highlight Towers – dort ist auch die neue Watson-Zentrale von IBM beheimatet – sitzen keine Vorstände. Stattdessen eröffnete Design Offices hoch oben über München das „Do New Work Lab“, das für jeden zugänglich ist.

Linktipps zum Thema Zukunft der Arbeit

Über informelles Lernen und die Zukunft der Arbeit in der digitalen Gesellschaft informiert Sie dieser aktuelle Podcast von piqd.

Arbeiten in der Virtual Reality? Diese faszinierende Demo von Facebook-CEO Mark Zuckerberg zeigt Ihnen, was heute bereits möglich ist.

In welchem Büro würden Sie gerne arbeiten? Machen Sie mit beim aktuellen Quiz auf Spiegel Online.

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