Zukunft Industrien

Digital Product School: Agile Produktionsmethoden für agile Startups

EntwicklungenDas World Wide Web, die fortschreitende Digitalisierung und das Internet of Things (IoT) machen die Welt schneller und unberechenbarer: Informationen wandern nahezu in Echtzeit von A nach B, neue Märkte werden schneller erschlossen, neuen Trends wird schneller gefolgt, Wettbewerber tauchen praktisch aus dem Nichts auf: Google baut Autos, Facebook steigt ins Bankengeschäft ein, Skype und WhatsApp haben den etablierten Telekommunikationsmarkt aufgemischt. Hinzu kommen neue Technologien wie Künstliche Intelligenz, Blockchain oder Augmented Reality. All diese Entwicklungen resultieren in einer höheren Komplexität wirtschaftlicher Ökosysteme. Sie führen dazu, dass lange Planungsperioden zur tödlichen Gefahr für ein Unternehmen werden können. Die Reaktionsgeschwindigkeit auf neue Entwicklungen muss sich dramatisch erhöhen und das Bedürfnis des Kunden muss (endlich!) zum Maßstab unternehmerischen Handelns sowie bei der Entwicklung von Produkten und Services werden.

Die Folge: Unternehmen müssen ihre Organisation und damit auch die Entwicklung ihrer Produkte auf Agilität trimmen, Planbarkeit und ein über Jahre unverändertes Produkt-Design und -Portfolio werden zum Relikt vergangener Tage. Der Kernaspekt dieser neuen Agilität ist die Verschiebung von einem linearen, vorausplanenden hin zu einem iterativen, situationsbezogenen Vorgehen, das den Kundennutzen in den Mittelpunkt stellt. Anstelle eines fixen, festgelegten (Entwicklungs-)Plans tritt damit ein sich ständig wiederholender, unaufhörlicher Prozess, der sich durch kontinuierliche Feedbackschleifen immer wieder schnell neu ausrichten lässt. Dabei werden, wann immer möglich, Kunden in die Entwicklung von Prozessen und Produkten miteinbezogen und deren Feedback unmittelbar berücksichtigt. Mit anderen Worten: Die Beta-Version eines Produktes, eines Prozesses oder einer Organisationsform wird zum Normalzustand.

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In der Digital Product School beschäftigen sich Produktmanager, Software-Entwickler und Digital-Designer mit agilen Methoden.

Neues Trainingsprogramm für eine agile Zukunft und agile Startups

Genau hier setzt das Trainingsprogramm an, das IBM gemeinsam mit UnternehmerTUM in ihrem neu gegründeten weltweiten Watson IoT-Headquarter in München zukünftig bieten wird. In der „Digital Product School“ für Innovatoren und Startups werden jährlich über einhundert Produktmanager, Software-Entwickler, Digital-Designer und Artificial-Intelligence-Spezialisten mit agilen Methoden vertraut gemacht, um Produkte zu entwickeln, die konkret auf die Bedürfnisse ihrer Kunden, deren Probleme und Markt-Trends zugeschnitten sind. Trainiert und zum Einsatz kommen dabei aktuelle Methoden und Ansätze wie:

  • Design-Thinking zur Identifizierung eines Problems, für die kreative Problemlösung und ein schnelles Prototyping;
  • Lean Startup zur Marktvalidierung;
  • Scrum, um die Funktionalitäten des Produkts kontinuierlich zu überprüfen und an die aktuellen Bedürfnisse und Entwicklungen anzupassen.

Dies sind zentrale Bausteine, die heute als Framework für eine agile Produktentwicklung gelten. Sie treten anstelle langwieriger und teurer Proof-Of-Concepts und Projektplanungs-Tools. Das Motto des Trainingsprogramms lautet daher: “act like a startup, scale like an enterprise“.

Diese neue Vorgehensweise beschleunigt jedoch nicht nur die Produktentwicklung, sondern verlangt auch einen Paradigmenwechsel in den Organisationen: Fehler müssen erlaubt sein, und sind vielleicht sogar zwingend, um besser zu werden. Unternehmen müssen sich ihr Ökosystem besser erschließen, sich ihren Kunden und Partnern öffnen, Vertrauen schaffen und nach neuen Allianzen Ausschau halten. Das gilt für agile Startups ebenso wie für etablierte Unternehmen: Die Bedürfnisse des Kunden bedienen und sein Vertrauen gewinnen – das muss zur neuen Handlungsmaxime werden.

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