Zukunft Industrien

Hackathons: Kreativität, innovative Ideen und großer Teamspirit

Doch was genau verbirgt sich eigentlich hinter dem Begriff „Hackathon“? Keine Angst – „Hacken“ steht in diesem Kontext nicht für unerlaubtes Eindringen in fremde Email-Accounts oder Computer. Vielmehr handelt es sich hierbei um ein meist am Wochenende stattfindendes Programmier-Event, dass es sich zum Ziel macht, kreative und unterhaltsame Softwareprodukte zu entwickeln.

Manch einer genießt samstags oder sonntags das schöne Wetter im Park, andere faulenzen lieber zuhause auf der Couch. Nicht so bei einem Hackathon. Dort wird zwischen vielen Flaschen Club Mate in die Tasten des Laptops gehauen, in Teams rege diskutiert und dann weiter programmiert. Über Stunden. Auch nachts. Bis die Sonne wieder aufgeht. Und das unter enormem Zeitdruck, da Hackathons oft zeitlich begrenzt sind und somit nicht viel Zeit bleibt, um einen ersten Prototypen der eigenen Idee zu entwickeln. Durch einen Hackathon wird es möglich gemacht, gewohnte Wege zu verlassen und damit ungeahnte Energien und kreative Ideen zuzulassen. So auch bei den IBM Hackathons in Berlin, Hamburg und Frankfurt am Main: Im Fokus stand das Generieren von Lösungen basierend auf kognitiven IBM Technologien.

Meet Watson – the platform for cognitive business

Über IBM Bluemix, eine von IBM entwickelte Cloud-Plattform als Service (PaaS), konnten alle Teilnehmer auf die IBM Watson APIs zugreifen und sie für ihre Lösungen nutzen. Zudem waren jeweils zehn NAO-Roboter für die Hackathons in Berlin und Hamburg vor Ort, mit denen die Teilnehmer die Benutzeroberfläche der Zukunft ausprobieren konnten. Bereits seit Jahrzehnten geht man davon aus, dass Roboter eines Tages das menschliche Verhalten imitieren und Aufgaben ähnlich wie Menschen bewältigen werden.

Genau das wurde mit NAO, so der Name des interaktiven und personalisierbaren Roboters, geschafft. Seine Geburtsstunde hatte der 58 cm große und 5,4 kg schwere NAO im Jahr 2006, als erster menschenähnlicher Roboter des französischen Herstellers SoftBank Robotics. Seitdem wurde NAO kontinuierlich weiterentwickelt und befindet sich mittlerweile schon in seiner fünften Generation. Mit Hilfe einer speziellen Software kann NAO von jedem Benutzer nach dessen eigenen Bedürfnissen und Vorstellungen programmiert werden und dem Menschen assistieren, ihn lehren oder in der Entwicklung unterstützen. In einem Pilotprojekt der IBM wird der NAO namens „Connie“ bereits als Concierge in Hilton Hotels eingesetzt. Fähig, auf bis zu 19 Sprachen zu kommunizieren, empfiehlt der Roboter seinen Gästen Touristenattraktionen, Restaurants und Hotelausstattungen dank der in ihm verwendeten IBM Watson Technologie.

hackaton

Die Benutzeroberfläche der Zukunft: NAO, der humanoide Roboter von SoftBank Robotics

Es ist an der Zeit, neue Wege zu gehen

Die verschiedenen Hackathons hatten sich jeweils einem Schwerpunktthema gewidmet: „Outthink Weather“ in Berlin, „Outthink Healthcare“ in Hamburg, und „Outthink Banking“ in Frankfurt. Zu diesen Themen wurden sogenannte „Challenges“ ausgerufen, die jedoch auch nach Belieben offen gestaltet werden konnten. So wurden innerhalb von kürzester Zeit viele neue innovative Ideen und Produkte geboren. Doch was hat es mit diesen drei Themen auf sich? Wir befinden uns inmitten des kognitiven Zeitalters, in dem wir durch Cognitive Computing mehr Daten als jemals zuvor analysieren, sortieren, verarbeiten und sehen können. Genau dort spielen Themen wie Wetter, Gesundheit und Banking eine wichtige Rolle.

Es ist an der Zeit neue Wege zu gehen: Neue Arbeitswege, die Pflege, Betreuung, Produktivität und Wohlbefinden der Patienten in der Gesundheitsbranche revolutionieren. Wege, die die Bankenbranche neu gestalten. Für Menschen mit und ohne Behinderung – offener, einfacher, flexibler, mobiler, sicherer. Und Wege, die uns im Trockenen halten oder die Sonnenenergie besser verwerten. Mit Hilfe von IBM Bluemix, den Watson APIs, und dem Zugriff auf viele Gigabytes an Wetterdaten der Weather Company, war es das Ziel der Hackathons, die Bereiche Gesundheit, Banking und Wetter gemeinsam neu zu gestalten.

Da der Hackathon auch ein Wettbewerb für Entwickler ist, wurden die Teams mit den innovativsten und kreativsten Ideen am Ende ausgezeichnet. Ich bin stolz, die jeweils Bestplatzierten der drei Städte vorzustellen:

Berlin – Team Alexa

Das Team Alexa, das beim Berliner Hackathon letztendlich das Rennen für sich entscheiden konnte, beschäftigte sich mit dem Thema „Outthink Weather“. Das Wetter hat tagtäglich einen enormen Einfluss auf unser Leben. Sei es bei der Wahl unserer Kleidung, der Wahl unseres Fortbewegungsmittels oder der Art und Weise unseres Kaufverhaltens. Denn wer möchte schon bei schlechtem Wetter einkaufen gehen? Wenn es doch nur etwas gäbe, das uns allen, unter der Berücksichtigung des jeweiligen Wetters, sowohl den schnellsten Weg von A nach B zeigt, als auch den, bei dem ich trocken bleibe… Mit Hilfe von Amazon Echo, dem Sprachassistenten von Amazon, sensiblen Verkehrsaufkommensdaten der Berliner Verkehrsbetriebe und der Integration von Wetterdaten, kreierte das Team eine Applikation für genau das Problem. Diese wird uns allen künftig den Weg zur Arbeit, zu Familie und Freunden, aber auch zum Einkaufen erleichtern. Mittlerweile hat das Team ein neues Startup namens ONSEI (japanisch für: Stimme) gegründet.

Hamburg – Team WALIS

Auch beim Thema „Outthink Healthcare“ in Hamburg ging es heiß her: WALIS, der Watson Alzheimer Assistent, erlangte dort den ersten Platz. Mit Hilfe von AP Notification, Speech to Text, Text to Speech und der Visual Recognition API hat die Gruppe einen kleinen Gehilfen für Alzheimer-Patienten namens ‘Walis’ in der Form eines NAO Roboters entwickelt. Walis ist beispielsweise dazu in der Lage mit dem Patienten zu sprechen, dessen Wohlbefinden zu bewerten und zu überprüfen, ob er die richtigen Tabletten eingenommen hat. Über eine Benachrichtigungsfunktion werden Familienmitglieder und/oder Pfleger so auf dem Laufenden gehalten: sie erhalten zum Beispiel die beruhigende Information “Klaus took the correct pills”.


Frankfurt – Team Mcoach

In Frankfurt hackte sich das Team Mcoach in der Challenge „Outthink Banking“ auf den ersten Platz. Wie wir unsere Bankgeschäfte für Menschen mit Behinderung barrierefrei machen, gab unseren Hackern viel Raum zur kreativen Ausgestaltung. Mit seiner gleichnamigen App entwickelte Mcoach eine Plattform, die das grafische Interface durch Sprach- und Gestensteuerung ersetzt. Sowohl sehbehinderte Menschen, als auch Menschen ohne Sehbehinderung, können nun von einer Applikation profitieren, die alle Aspekte des Bankings erleichtert. Nach Authentifizierung via Gesichtserkennung ermöglicht die App jegliche Transaktionen wie die Kontoverwaltung, Rechnungsbegleichung per Rechnungsscan oder die Durchführung von Überweisungen vereinfacht durchzuführen. Das junge Startup-Team ist zuversichtlich, dass ihre Lösung bereits Anfang 2017 in den App-Stores zu finden sein wird – wir sind gespannt!

Wenn ich von den vergangenen IBM Hackathons spreche, dann packt mich noch immer diese Energie, dieser Teamgeist, der Spaß und der unermüdliche Spirit der Teilnehmer, die innerhalb von wenigen Stunden tolle Ideen und Prototypen ins Leben gerufen haben. Solch inspirierende und erfolgreiche Events lassen uns als IBM über den Tellerrand blicken und in eine Welt eintauchen, die sich weit weg von dunkelblauen Anzügen und großen Bürogebäuden befindet. Denn programmiert wird in bequemen Hoodies. Und falls man nach stundenlangem Programmieren doch mal das Bedürfnis hat ein wenig zu schlafen, dann wird der eigens mitgebrachte Schlafsack einfach schnell zum Bett erklärt.

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