Moderne Arbeitswelten

Interne Kommunikation: Social Networking ist keine Generationenfrage

Der Begriff des Social Networking wird sowohl in der internen als auch in der externen Kommunikation oftmals mit der Generationenfrage verbunden. Aber lässt die Art und Weise, wie ein Mensch kommuniziert, einen unmittelbaren Rückschluss auf sein Alter zu? Nein, denn unabhängig von der Generation sind Menschen ganz unterschiedlich.

Der THINK Blog DACH der IBM greift im Beitrag “Moderne Arbeitswelten – Social Business: Die Arbeitsweise der Generation Y”  die Erwartungen der Generation Y an einen modernen Arbeitsplatz auf. Autorin Thao Bach stellt dabei keine bloßen Vermutungen auf, sondern schildert anschaulich ihre Erwartungen und die ihrer Kollegen an Tools für die tägliche Arbeit.

Auch wir bei HIRSCHTEC werden in unseren Projekten immer wieder gefragt, ob sich interne Kommunikation und Zusammenarbeit tatsächlich enorm verändert haben. Und die Antwort heißt: ja. Die interne Kommunikation hat sich nicht nur technisch massiv gewandelt. Sie muss sich auch inhaltlich völlig neu positionieren. Denn die Unternehmenskommunikation ist Treiber der digitalen Transformation von innen.

Die Ansprüche an die Unternehmenskommunikation haben sich extrem gewandelt

Wo Menschen heute privat über soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter oder WhatsApp kommunizieren und wo Blogs oder Communities ihnen das Finden und Teilen von Informationen erleichtern, übertragen sie diese Kommunikationsformen in ihren Arbeitsalltag. Vertrauliche Dateien werden über Dienste wie Dropbox ausgetauscht, mit Kollegen wird via WhatsApp gechattet. Warum? Weil es einfach und schnell funktioniert und im beruflichen Alltag keine adäquaten Lösungen zur Verfügung gestellt werden. Fakt ist, dass sich immer noch viele Mitarbeiter mit veralteten Systemen quälen, die sie oft nur sehr eingeschränkt bei ihrer täglichen Arbeit unterstützen. Für Unternehmen bedeutet dies, dass sie sich verstärkt mit der Transformation der internen Kommunikationslandschaft beschäftigen müssen. Die erste Frage lautet dabei immer: „Aber wie schaffen wir es, sowohl junge, als auch altgediente Mitarbeiter zu bedienen? Fühlen sich die älteren Kollegen dann nicht abgehängt?“

vernetzungibm

Social Networking im Unternehmen ist keine Generationenfrage.

Mitarbeiter aller Generationen kommunizieren

Entscheidend ist, dass es nicht ausschließlich die jüngeren Generationen sind, die sich über moderne, digitale Kommunikations-Tools austauschen. Starke Befürworter, aber auch Verweigerer gibt es über alle Generationen hinweg. Neben dem gut vernetzten Mitarbeiter, der sich über virtuelle Teamräume austauscht, gibt es auch denjenigen, der immer noch am liebsten E-Mails verschickt und telefoniert – in jeder Generation. Wenn es um Akzeptanz oder Ablehnung von neuen Formen der Zusammenarbeit geht, dürfen wir folglich nicht von einer Generationenfrage sprechen. Was ist es aber, dass alle Mitarbeiter generell von einer neuen und transparenten Unternehmenskommunikation erwarten?

Sorgen Sie für eine gute Suche und klare Struktur

Auch wenn viele Mitarbeiter die Suche im Intranet mit der bei Google vergleichen mögen: Ein solcher Vergleich hinkt. Betreibern einer Website kostet es viel Zeit und immer auch viel Geld, ihre Seiten und Keywords so zu optimieren, dass sie möglichst gut bei Google auffindbar sind. Für das Intranet hieße das: Jeder Content-Owner müsste seine Inhalte für die Intranet-Suche genauso akribisch auf- und vorbereiten. Zeit- und Ressourcenknappheit machen das oft nicht möglich. Wichtig ist deshalb, dass das Intranet neben einer guten technischen Suche, eine durchdachte und intuitiv zu verstehende Struktur aufweist. Nicht jeder Mitarbeiter wird versuchen, die von ihm benötigten Inhalte zuerst über die Suche zu finden. Über die Navigation können Sie Strukturen schaffen, die zentral aufgesetzt und dezentral durch die Funktionsbereiche befüllt werden können. So sorgen Sie nicht nur für eine gute Intranet-Struktur sondern geben anderen auch die Möglichkeit, sich aktiv an der Inhaltserstellung zu beteiligen.

Finden Sie den richtigen Weg zum Nachrichtenstrom

Ein weiteres Indiz dafür, dass die Nutzung von privaten sozialen Netzwerken vermehrt in die interne Kommunikation Einzug hält, ist der Wunsch nach einem zentralen Nachrichtenstrom (Activity Feed). Vom Intranet wird erhofft, das es für den jeweiligen Nutzer relevante Informationen zentral bereitstellt. Mitarbeiter möchten sich die für ihre tägliche Arbeit wichtigen Informationen selbst zusammenstellen können. Wie stark dieser Wunsch in Unternehmen ist und wie präsent dieser Feed auf der Startseite eines Intranets eingebunden werden sollte, ist sehr individuell zu betrachten. Hier kommt es immer auf die Unternehmens- und Führungskultur an. Davon und nicht von der Akzeptanz der Generationen  hängt es ab, wie viel Interaktivität und Dialog das Intranet wirklich verträgt.

Machen Sie die mobile Erreichbarkeit zum Standard

Das Intranet muss nicht nur über den Desktop-PC gut erreichbar sein, sondern vor allem auch über mobile Endgeräte. Nicht nur, dass Mitarbeiter flexibel, orts- und zeitunabhängig jederzeit auf das Intranet zugreifen können wollen. Viele Unternehmen, vor allem aus fertigenden Industriezweigen,  verbinden mit einer Intranet-Einführung oder einem -Relaunch immer auch das Ziel, Mitarbeiter aus der Produktion (Blue Collar Worker) ohne einen festen Arbeitsplatz stärker einzubeziehen und so den Wissenstransfer zu erhöhen.

Fazit

Mitarbeiter aller Generationen finden ihren Weg, um sich effektiv miteinander auszutauschen. Werden ihnen hierfür keine modernen, internen Tools angeboten, droht der Aufbau einer sogenannten Schatten-IT außerhalb des Unternehmensnetzwerkes. Stellen Sie deshalb adäquate interne Plattformen zur Verfügung, die auch mobil erreichbar sind. Führen Sie zuerst eine Bestandsaufnahme zu aktuellen Anwendungsfällen durch. Mögliche Fragestellungen sind hierbei:

  • Wie finden Sie derzeit den “richtigen” Ansprechpartner?
  • Wie arbeiten Sie mit Dokumenten und tauschen diese mit Kollegen aus?
  • Wie tauschen Sie sich zu geschäftsrelevanten Themen mit Kollegen, Partnern und externen Experten aus?
  • Wie arbeiten sie in Projekten mit Kollegen und externen Partnern zusammen?

Sollten Sie hierbei Systeme identifizieren, welche nicht zu Ihrer offiziellen IT-Landschaft gehören, überlegen Sie, wie ein ähnlicher Service intern angeboten werden könnte. Werden einige der Anwendungsfälle über mehrere Systeme abgebildet, sollten Sie ein Hauptsystem bestimmen und versuchen, die Anzahl der Anwendungen pro Anwendungsfall auf ein Minimum zu reduzieren.

Die Fortsetzung dieses Beitrages widmet sich den Vorteilen einer modernen und dialogorientierten internen Kommunikation. Denn klar ist:  Sowohl Mitarbeiter, als auch das Unternehmen selbst werden durch eine moderne, offene und dialogorientierte interne Kommunikation erfolgreicher.

Bildquelle: Getty Images

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2 Comments

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Schlebach Thomas

Ein sehr schön geschriebener Artikel! Menschen, die sich mit den neuen Möglichkeiten der Unternehmens-Privat-Kommunikation beschäftigen stellen gerne die Organisatorischen Hürden in den Vordergrund. Meiner Meinung nach wird der individuelle Charakter des Menschen dabei nicht berücksichtigt. Ein Egomane wird niemals soziale Kommunikations-Strukturen annehmen.

Reply

    Andreas Schulze-Kopp

    Hallo Herr Schlebach, vielen Dank für Ihren Kommentar und Ihr Feedback. Es ist in der Tat so, dass oft zuerst die Hürden und die Gründe “warum sowas bei uns im Unternehmen nicht geht” gesehen. Diese Tatsache war aber vor wenigen Monaten/Jahren noch sehr viel stärker ausgeprägt als heute, wo man in vielen Unternehmen aus unterschiedlichsten Gründen bemerkt, dass es so wie aktuell nicht weitergehen kann. Die Anzahl der Egomanen in den Unternehmen ist, nicht zuletzt wegen des demographischen Wandels, eher geringer geworden und die neuen Mitarbeiter welche in die Unternehmen kommen denken (in großen Teilen) ganz anders darüber. Auch weil sie es aus dem Privatleben garnicht anders kennen.

    Reply

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