Zukunft Industrien

Smarter arbeiten mit Smart Data. Wie Unternehmen Algorithmen und Datenanalysen sinnvoll einsetzen

Die Digitalisierung erfasst immer mehr Bereiche unseres Lebens. Längst geht es nicht mehr nur um Computer oder Smartphones. Die digitale Transformation verändert nachhaltig unsere Art zu Arbeiten und unser Wirtschaftsleben. Durch rasante Fortschritte auf Feldern wie Industrie 4.0, Arbeit 4.0, Elektro-Mobilität, Smart Cities und weiteren Gebieten entstehen neue Formen des Zusammenlebens und -arbeitens. Dabei gilt: Wer die Muster in dem Meer der Daten erkennt, kann damit große Aufgaben lösen. Diese Arbeit übernehmen heute Algorithmen.

Algorithmen helfen, Zusammenhänge zu verstehen.

Immer mehr Anwendungen, die unser Leben vereinfachen, beruhen auf der Analyse von Daten: Internetrecherchen führen in Millisekunden zu passenden Ergebnissen, Pakete kommen pünktlicher an und Spam-Filter blockieren unerwünschte E-Mails durch Erkennung von Textmustern. Die Grundlage dafür sind Algorithmen, die Daten auf wiederkehrende Strukturen untersuchen und daraus wertvolle Erkenntnisse ableiten. Dabei gilt ein einfacher Zusammenhang: Je umfangreicher die Datengrundlage ist, desto deutlicher lassen sich Muster erkennen und desto verlässlicher sind die abgeleiteten Informationen.

Wie komme ich am nächsten Stau vorbei?

Viele Navigationsgeräte für Autos haben beispielsweise eine automatische Stau-Erkennung. Doch woher wissen diese Geräte so gut Bescheid? Bisher vor allem durch Sensornetzwerke, die auf Schnellstraßen in die Fahrbahn eingebaut sind. Doch noch bessere Ergebnisse liefern statistische Echtzeit-Auswertungen von anonymen Bewegungsdaten, wie sie beispielsweise von Mobilfunknutzern vorliegen. Sobald die Autos langsamer fahren und die Handys ihrer Fahrer langsamer die Funkzellen wechseln, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit für einen Stau. Dann kann das Navi gleich eine neue Route berechnen, denn der Algorithmus hat ein neues Muster erkannt und trifft automatisch eine Entscheidung.

Wie baut man die Stadt der Zukunft?

Datenanalysen können auch gesellschaftlich großen Nutzen stiften, indem sie zum Beispiel bedarfsgerechte Mobilitätskonzepte ermöglichen und Antworten auf wichtige Fragen liefern: Welche Straßen sind besonders beansprucht? Wo werden mehr Buslinien benötigt? Ein besseres Verständnis von städtischen Infrastrukturen ermöglicht ihren optimalen Ausbau und in der Zukunft wird sich der Verkehr wahrscheinlich sogar selbst organisieren. Die Smart Cities analysieren dann ihren Fahrzeugstrom in Echtzeit und leiten ihn mit flexiblen Beschilderungen genau dorthin, wo er am besten fließt. Oder sie empfehlen gleich ein Taxi, Carsharing oder den öffentlichen Nahverkehr und senden automatisch ein passendes Fahrzeug. Das spart Zeit und Treibstoff und es schont die Umwelt.

Wenn Unternehmen wüssten, was sie bereits wissen!

Solche intelligenten Algorithmen verbessern längst auch die Arbeit in Unternehmen, indem sie verborgenes Wissen nutzbar machen. „Wenn Siemens wüsste, was Siemens weiß…“, erklärte einst der Vorstandsvorsitzende des Technologiekonzerns. Heute ist man nicht nur bei Siemens weiter. Viele Großunternehmen nutzen bereits moderne Systeme für Knowledge-Management und Marktbeobachtung auf Grundlage ihrer enormen Datenbestände.

Digital Brain: Know-how-Netzwerk mit künstlicher Intelligenz

Solche Lösungen sind auch bei Telefónica Deutschland im Einsatz. Ein Beispiel ist das Digital Brain im Intranet: Dieses Know-how-Netzwerk findet automatisch den richtigen Ansprechpartner für jedes Thema, ohne dass die Kollegen dafür herumtelefonieren müssen. Man gibt einfach seine Frage ein und wartet auf Antwort. Das Digital Brain sucht den passenden Experten und funktioniert dabei ähnlich wie das Routing in einem Navigationssystem. Seit seiner Einführung im Frühjahr hat sich das System kontinuierlich verbessert, denn es basiert auf einem selbstlernenden Algorithmus, der wie ein neuronales Netzwerk funktioniert: Je mehr Antworten geschrieben werden, desto klüger wird das Digital Brain.

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Smarter arbeiten – die Telekommunikationsbranche nutzt Datenanalysen dafür. Bildquelle: Getty Images

Digital Command Center: Kundenwünsche in Echtzeit erkennen

Die Bedürfnisse der Kunden stehen im Mittelpunkt des Digital Command Center: Mit seiner neuen digitalen Schaltzentrale kann Telefónica Deutschland den gesamten Markt in Echtzeit analysieren. Auf großen Bildschirmen in der Münchner Zentrale leuchten Zahlen und Diagramme, die sich jede Minute aus Millionen von Daten neu generieren. Die Mitarbeiter können durch diese Informationen sofort reagieren und beispielsweise die Nutzung des Online-Portals schnell optimieren. Sie erkennen Kundenwünsche in Echtzeit.

„Durch die ganzheitliche Betrachtung der Customer Journey und die Bündelung an einem Ort können die Daten ihr volles Potenzial entfalten“, erklärt Dr. Juan Bernabé-Moreno, verantwortlicher Manager im Bereich Web Intelligence. Wenn beispielsweise ein bestimmtes Smartphone besonders nachgefragt wird, dann können bald auch zusätzliche Tarifvariationen oder Bundle-Angebote sofort bereitgestellt werden.

Netz-Algorithmus: Innovative Datenanalyse für effizienten Ausbau

Auch bei der Netzplanung hilft die Datenanalyse. Telefónica Deutschland hat einen Algorithmus entwickelt, der den Ausbau des neuen LTE-Mobilfunknetzes auf die erwarteten Kundenbedürfnisse ausrichtet. Bis zu 150 Kriterien in eine umfassende Prognoseformel ein: unter anderem Bevölkerungsdichte, Altersdurchschnitt, Anzahl der monatlichen Telefongespräche oder der Netzausbau des Wettbewerbs. Zusätzlich greift das Verfahren auf anonymisierte und statistische Daten aus dem Telefónica-Netz zurück. Damit lässt sich der Ausbau so planen, dass neue Kapazitäten genau dort entstehen, wo sie am meisten benötigt werden.

Der Kunde hat die Hoheit über seine Daten

Um solche statistische Analysen verantwortungsvoll umsetzen zu können, hat das Unternehmen ein innovatives Anonymisierungsverfahren im Einsatz: Die Data Anonymization Platform (DAP) von Telefónica Deutschland wurde in enger Abstimmung mit den deutschen Datenschutzbehörden entwickelt und ist mit dem Siegel „Geprüfter Datenschutz“ des TÜV Saarland zertifiziert. Rückschlüsse auf persönliche Daten sind damit unmöglich. Trotzdem behalten die Kunden von Telefónica Deutschland stets die volle Kontrolle: Mit wenigen Klicks können Sie auch der anonymen Datennutzung widersprechen.

Für Vordenker, Querdenker und Macher

Die Beispiele zeigen: Smart Data eröffnet uns als Gesellschaft aber auch für Unternehmen und Nutzer enorme Chancen. Zugleich ist jedoch auch eine gesellschaftliche Debatte notwendig, wie wir unser Leben in der digitalen Transformation gestalten wollen. Als größter Mobilfunkanbieter in Deutschland stellt sich Telefónica dieser Verantwortung und hat dafür in Berlin das Telefónica BASECAMP gegründet. Hier treffen sich Vordenker, Querdenker und Macher der Digitalisierung, um über aktuelle Themen vom Internet der Dinge über Arbeit 4.0 bis zur Digitalpolitik zu diskutieren. Als „Place to Be, wenn es in Berlin um die digitale Transformation geht“, beschrieb beispielsweise Marc Hoffmann von dem bekannten Startup-Blog Gründerszene das BASECAMP. Jeder, der sich für Themen rund um die Digitalisierung interessiert, ist herzlich eingeladen, einmal vorbei zu kommen.

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Alexander Hennewig

Bei der Datenauswertung mit intelligenten Algorithmen gibt es noch unglaublich viel Potential, das genutzt werden sollte.

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