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Cloud-Video: Als die Bilder Streaming lernten

Cloudbasiertes Video ist gerade dabei, sich einen Platz in der Geschichte des „bewegten Bildes“ zu erobern. Denn Cloud-Videos haben bereits heute nachhaltig die Art und Weise verändert, wie wir bewegte Bilder nutzen. Bisher waren wir meist nur Zuschauer, wenn es um Film und Fernsehen ging, doch in Zukunft werden wir Videos wesentlich stärker für die gezielte Kommunikation mit Kunden und Partnern verwenden. Angeregt durch Fortschritte bei Streaming-Plattformen wird es immer einfacher sein, eigene TV-Kanäle aufzusetzen, Videoinhalte über das Web zu teilen und diese mit interaktiven Angeboten zu verbinden.

Das bewegte Bild begann einst vor mehr als 300 Jahren mit der Laterna magica. Ende des 19. Jahrhunderts verhalf ihm der Fotograf Eadweard Muybridge mit seiner legendären Serienfotografie eines galoppierenden Pferdes zum Durchbruch. Bahnbrechend – also disruptiv – war das Jahr 1895, in dem die Brüder Louis und Auguste Lumière ihre Filme „Arbeiter verlassen die Lumière-Werke“ und „Die Ankunft eines Zuges auf dem Bahnhof in La Ciotat“ vorführten. Danach gaben Ton, Farbe, Computeranimation oder 3D dem bewegten Bild entscheidende Impulse. Und nun kommt die Cloud – ihr Einsatz bietet neue kommunikative Möglichkeiten und wird sich disruptiv auf bestehende Geschäftsmodelle auswirken.

Der selbstbestimmte Konsument
Bereits in den vergangenen zehn Jahren haben Netflix, Hulu oder Youtube die Art und Weise verändert, wie wir Film und Fernsehen konsumieren: Heute entscheiden wir, welche Filme und Videos wir sehen wollen. Wir machen Pausen wann wir wollen, spulen zurück oder wiederholen Videosequenzen. Das führt dazu, dass Medienunternehmen ihre bisherigen Geschäftsmodelle überdenken und andere Unternehmen sogar eigene Videokanäle ins Leben rufen. Bereits heute fluten die Datenvolumen der Videos die Cloud-Speicher. Bis 2019 sollen im Internet rund 80 Prozent des Datenverkehrs durch Videos verursacht werden.

Zur Entwicklung dieses bedeutenden Meilensteines der Filmgeschichte leistet auch IBM einen wichtigen Beitrag. In jüngster Vergangenheit hat das Unternehmen mehrere Milliarden US-Dollar investiert. Mit dem Geld wurden Lösungen für das cloudbasierte Videomanagement entwickelt und Unternehmen wie Ustream, Aspera oder Clearleap akquiriert. Auf diesem Fundament bauen wir eine IBM Cloud-Infrastruktur auf, über die unsere Kunden Videoinhalte verteilen und austauschen können.

Störungsfreies Schauen
Cloud und Internet führen dazu, dass Produzenten ihre Videoinhalte weltweit über cloudbasierte Playout-Server managen und ausstrahlen können. Playout wird die Sendeabwicklung bezeichnet, bei der alle Quellensignale zusammenlaufen. Das umfasst Codierung, Modulation, Multiplexbildung und Speicherung der Videoinhalte. Wie das funktioniert, hat erst vor kurzem das österreichische Unternehmen VJU iTV vorgestellt. Die VJU Broadcasting-Lösung ist in der IBM SoftLayer Cloud zuhause und nutzt die Streaming-Plattform Ustream. Dadurch können Medienunternehmen ihre Videoinhalte bearbeiten, editieren, programmieren und in Echtzeit über verschiedene Kanäle ausstrahlen. Das rechenintensive Playout wird auf dedizierten Servern in der IBM Cloud sichergestellt. TV-Sendungen, Video-on-Demand-Service oder Videoinhalte von Unternehmen wie Hotels oder Reiseveranstaltern können so innerhalb weniger Minuten auf Sendung gehen.

Auch das internationale Medienunternehmen AOL setzt IBM Technologie ein, um Videoinhalte zu managen. Mit der Software Aspera tauscht AOL große Datenmengen von Videos zwischen unterschiedlichen Produktionsstätten aus und steuert so die Zusammenarbeit globaler Teams. Täglich entsteht bei der Videoproduktion von AOL ein Datenvolumen von zwei bis vier Terabyte.

Die staatliche Rundfunkanstalt Kanadas CBC nutzt die Videoplattform Clearleap für das landesweite Videostreaming und kann Filmfans Videoinhalte jederzeit zur Verfügung stellen. Mehr als 600 Serien bereitet CBC so für unterschiedliche Endgeräte auf. Und auf der New York International Auto Show hat Mazda den neuen Miata MX-5 über eine IBM Streaming-Lösung in Echtzeit präsentiert. Weltweit verfolgten 40.000 Menschen über das Internet die Enthüllung des neuen Modells – ein Ereignis, das ansonsten auf einer Autoshow nur wenige Menschen live erleben können.

Cloud-Video den Kinderschuhen bald entwachsen
Noch stecken wir in den Kinderschuhen, wenn es um Cloud-Video geht, doch die „Füße“ wachsen schnell.

Wir arbeiten derzeit daran, kognitive Systeme auf Basis von IBM Watson in das Videomanagement zu integrieren. Ziel sind intelligente Algorithmen für die Bildanalyse, um damit Videoinhalte zu indizieren und zu durchsuchen. Über kognitive Lösungen lassen sich auch Präferenzen einzelner Benutzer ermitteln mit dem Ziel das eigene Angebot an den spezifischen Anforderungen einzelner Zielgruppen auszurichten.

Auch bei der Videoüberwachung spielen kognitive Systeme eine wichtige Rolle, egal ob es sich um die Kontrolle von Logistikketten handelt oder die Aufklärung von Straftaten. Nicht zuletzt benötigen Video-Daten eine leistungsfähige IT-Infrastruktur. Hier kommen as-a-Service-Angebote wie Softlayer oder intelligente Speicherlösungen wie Cleversafe Objectstorage zum Zuge.

Das bewegte Bild, das einst mit einem galoppierenden Pferd und einem einfahrenden Zug begann, durchbricht gerade eine neue Mauer. Was sich dahinter alles verbirgt, ist noch nicht abzusehen. Aber wir als IBM legen alles daran, dass den Ideen rund um Cloud-Video keine Grenzen gesetzt sind – heute nicht und auch nicht in Zukunft.

 

 

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