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Girls’Day: Frau am Steuer – ja, bitte!

Die gute Nachricht: Heute findet der 16te Girls´Day in Deutschland statt. Die schlechte Nachricht: Heute findet der 16te Girls´Day in Deutschland statt. Denn allein, dass wir so einen Tag zu brauchen scheinen, zeigt: Wir haben in Sachen Geschlechterneutralität noch Nachholbedarf, denn es gibt nach wie vor typische „Männerberufe“ und „Frauenberufe“.

Und wir kommen nur langsam von diesen traditionellen Rollenbildern weg. Immer noch liegt der Anteil der Studienanfängerinnen in den MINT-Fächern – also Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik – nur bei 28 Prozent, der Anteil an allen Absolventinnen und Absolventen sogar unter 20 Prozent und weniger als 15 Prozent aller Berufstätigen sind im MINT-Bereich weiblich. Kein Wunder also, dass sich junge Frauen vielerorts noch als Minderheit fühlen – allein unter Männern – und sich einen solchen Studiengang aufgrund von Rollenklischees erst gar nicht zutrauen.

Aber darum geht es beim Girls´Day: Mädchen an praktischen Beispielen die Möglichkeiten und Chancen technischer und naturwissenschaftlicher Berufe zu zeigen und sie dafür zu begeistern. Auch wenn die Vertrautheit mit technischen Dingen – Stichwort Smartphone und Apps – gewachsen ist, bestehen weiterhin Berührungsängste. Auch herrschen Unsicherheiten, welche Berufsfelder und Möglichkeiten es gibt, wenn „frau“ die nötige Ausbildung hat, und was sie dort bewirken kann.

Dabei: Nie war es so spannend wie heute im Digitalzeitalter, da die IT-Welt schon lange kein rein technisches Feld mehr ist. Es sind neue Berufsbilder wie Data Scientists, Digital Strategist oder Digital Designer entstanden. Gemeinsam ist den neuen Rollen, dass sie bereichsübergreifend zusammenarbeiten, um IT und Business zusammenzubringen und zu beraten. Das erfordert politisches Fingerspitzengefühl, Methodenkompetenz und Soft Skills.

Vielfalt macht erfolgreich!

Vielfalt – Diversity – ist mehr als eine Modeerscheinung, es ist vielmehr ein Indikator für Innovation im Betrieb. Nur wo Frauen, Männer, Alte, Junge, Deutsche, Ausländer über alle Hierarchiestufen hinweg zusammenarbeiten, entsteht Kreativität und Innovation.

Die Förderung der Vielfalt fängt aber nicht erst bei der Berufung in die Geschäftsführung an, sondern deutlich früher: bei den Girls! Wir müssen Mädchen schon früh beibringen, ihre Möglichkeiten und Talente auszuschöpfen und ihre Ziele konsequent zu verfolgen. Erst wenn wir in Erziehung, Ausbildung und Beruf nicht mehr „rosa“ und „blau“, nicht mehr geschlechterspezifisch denken, wird es entsprechende Änderungen auf mittlerer und oberer Managementebene geben. Laut Umfragen des Bitkom hat sich der Anteil von Frauen in Führungspositionen seit 2011 – wenn auch von einem bescheidenen Niveau ausgehend – nahezu verdoppelt. Trotzdem: Bei Führungspositionen in großen Unternehmen sind sie noch deutlich unterrepräsentiert – und bleiben es auch auf absehbare Zeit: Bei gleichbleibendem Fortschritt werden Frauen erst nach 2040 in Aufsichtsräten und nach 2100 in Vorständen in gleicher Zahlen wie Männer vertreten sein (http://initiative-chefsache.de/de/faktencheck. Noch ganz schön lange!

Warum mehr Frauen in der Führung und in technischen Berufen erstrebenswert sind? Weil Frauen Geschäfte machen. Die zunehmende Wichtigkeit von Frauen als Zielgruppe verlangt dabei, die Entwicklung und Vermarktung von Produkten und Dienstleistungen dem stetig wachsenden Kundensegment „Frau“ anzupassen. Die Erwartungen weiblicher Kunden unterscheiden sich oft grundsätzlich von denen der männlichen Kunden. Frauen wollen mehr als nur eine „pinke Version“ des Standardproduktes! Daher helfen Entwicklungsteams mit einem hohen Frauenanteil Unternehmen dabei, bessere Produkte für diese anspruchsvollen Kunden zu entwickeln und zu vermarkten.

Frau am Steuer – Abenteuer?

Ist die Frau am Steuer ein Abenteuer? Ja, aber im positiven Sinn! Denn die Digitalisierung hat neue Chancen und Herausforderungen gebracht, die es nur mit kalkuliertem Mut zu Risiko und der nötigen Kreativität zu nutzen gilt.

Auch deshalb steht die Förderung von Frauen seit jeher besonders im Fokus der Diversity Aktivitäten bei IBM. Die Grundsteine des Engagements für Frauen reichen weit in die IBM Geschichte zurück: Bereits 1899 wurden die ersten Frauen im Unternehmen eingestellt – 20 Jahre bevor ihnen das Wahlrecht in den USA zugesprochen wurde! Schon 1934, also fast 30 Jahre vor dem Equal Pay Act, setzte IBM Gründer T. J. Watson sen. die gleiche Bezahlung von Frauen und Männern durch. Im gleichen Jahr berief IBM die erste Frau in eine Führungsposition, 1943 wurde die erste weibliche Vize-Präsidentin der IBM ernannt. Heute steht mit Virginia Rometty eine Frau an der Spitze der IBM weltweit und Martina Koederitz lenkt die Geschäfte in der Region DACH – Deutschland, Österreich, Schweiz. Ein Fokus im Unternehmen liegt darauf, weibliche Talente konsequent weiterzuentwickeln. So stärkt beispielsweise das Women‘s Network innerhalb von IBM Frauen, es gibt spezielle Kurse, in denen Frauen an ihrem Auftreten, ihrer Präsenz und Persönlichkeit arbeiten können. Dazu kommen Mentoring- und Shadowing-Programme für einen persönlichen Austausch sowie eine Fülle flexibler Arbeitszeit-Modelle.

Girls’Day bei IBM

Und der Girls´Day? Auch da engagiert sich IBM seit Beginn an mit rund 700 Workshop-Plätzen in jedem Jahr. So trainieren Mädchen das Arbeiten in selbstorganisierten Teams, sie entwickeln ein Marketingkonzept, absolvieren ein Assessmentcenter-Training oder lernen aktuelle IT-Trends kennen. Das Angebot ist so vielfältig wie das Unternehmen und die Branche insgesamt.

Denn eins steht fest: wir wollen – und können – auf Frauen in der IT nicht verzichten!

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