Cloud

Software-Entwicklung in der Cloud – Abkürzung zur Digitalisierung

Software ist das Herz aller Innovationen im digitalen Zeitalter. Alle 20 Stunden wird in Berlin ein neues IT-Unternehmen gegründet. Eine neue Dating-App, ein Web-Portal für vegane Lebensmittel, eine Metasuche nach neuen Talenten für Unternehmen – an neuen, guten Ideen herrscht kein Mangel. Wie die aktuelle C-Suite-Studie 2016 des IBM Institute for Business Value gezeigt hat, wissen Unternehmen, dass Schnelligkeit noch nie so wichtig war wie heute. Demzufolge sind Vorreiter agiler, experimentierfreudiger und souveräner, wenn es darum geht, die Führung zu übernehmen. Sobald ein neues Produkt, ein neuer Service oder ein neues Geschäftsmodell entwickelt wurde, beginnt der Wettlauf zur Ziellinie gemäß dem Motto: „The Winner takes it all“!
Alle diese kleinen und großen Ideen werden mit Hilfe von Software umgesetzt. Traditionelle Softwarezyklen können jedoch lang sein, hier ist Umdenken gefragt. Der ultimative Innovations-Beschleuniger heißt daher: Cloud Computing, mit seinen verschiedenen Facetten als IT-Infrastruktur, als Basis der Entwicklung und als Appstore für Entwickler.

Damit Software-Entwicklung auf Agilität trifft…

Software muss man erst einmal programmieren (lassen). Und um damit überhaupt anfangen zu können, benötigen Unternehmen eine Entwicklungsumgebung bestehend aus den richtigen Werkzeugen und Anwendungen. Diese Entwicklungsumgebung läuft in der Regel auf Servern im Rechenzentrum des Unternehmens, die CPUs, Memory, Storage und Verkabelung für die Netzwerkeinrichtung benötigen. Nachdem die Hardware bereitgestellt und konfiguriert wurde, erfolgt die Installation von Basis Software, wie Betriebssystemen oder Standardprogrammen. So folgt Schicht auf Schicht, ganz wie bei einer Pizza. Erst nachdem alle Schritte zur Bereitstellung einer Entwicklungsumgebung umgesetzt wurden, kann es endlich losgehen. Kurz gesagt: Eine gute Idee ruft den großen IT-Apparat auf den Plan – inklusive Investitionsplan.
Aber hat man heute so viel Zeit? Erfolg im digitalen Zeitalter kann man fast definieren als „Software trifft auf Agilität“. Jede Idee hat ein gewisses Energiepotenzial und das verpufft, wenn die Zeit bis zur Realisierung zu lange wird. Daher brauchen wir heute einen anderen, schnelleren Ansatz. Nicht umsonst reden wir von Disruption und disruptiven Geschäftsmodellen.

Die gute Nachricht ist, dass es diesen Ansatz schon gibt: Cloud Computing. Der große Charme des Cloud Computings ist ja, dass es IT-Ressourcen auf Knopfdruck bereitstellen kann. Die alte Vision vom IT-Bezug à la Strom aus der Steckdose ist hier schon nah an der Verwirklichung. Nichts liegt näher, als diese Möglichkeiten auch für die Software-Entwicklung als Treiber der Digitalinnovationen zu nutzen.

Junge Unternehmen handeln agil

Junge Unternehmen wissen das: So hat das Berliner Startup Truffls (zu Deutsch: Trüffel ) das Recruiting mobil gemacht. Über die Job-App Truffls finden Unternehmen und Bewerber passgenau zueinander: Während Unternehmen ihre Stellenanzeigen mobil aufs Smartphone bringen, hinterlegen Bewerber ihre persönlichen Profile auf der Plattform. Per Swipe wählen die Bewerber favorisierte Stellenangebote aus und starten automatisch die erste Jobanfrage. Stand Heute nutzen bereits mehr als 2.000 Unternehmen die Plattform für die Talentsuche und rund 75.000 Menschen haben die App auf ihrem Smartphone installiert.

Um weiter zu wachsen will Truffls seine Job-App mit der Platform-as-a-Service-Lösung Bluemix kontinuierlich weiterentwickeln. Sie bietet Zugriff auf mehr als 140 Cloud-Services für die App-Programmierung – damit ist sie die größte Cloud-Foundry-Plattform weltweit. Die zahlreichen IBM-Analysewerkzeuge auf Bluemix werden durch Cloud-Services von Drittanbietern ergänzt. Insbesondere mit Services rund um die IBM Watson Technologie will Truffls verstärkt kognitive Systeme integrieren. Mit Cognitive Computing lassen sich Daten intelligent auswerten und neue Zusammenhänge und Erkenntnisse aus vorhandenem Wissen gewinnen. Da das IBM Computersystem Watson auch die menschliche Sprache versteht, will Truffls die Technologie für den Ansatz des Natural Language Processing (NLP) nutzen. Mit NLP wird die Interaktion zwischen gesprochener Sprache und Mensch beschrieben, bei der Erkenntnisse aus der Linguistik mit neuesten Methoden der Computerwissenschaft verknüpft werden. Der theoretische Ansatz basiert unter anderem auf den Arbeiten der US-amerikanischen Wissenschaftler Alan Turing und Noam Chomsky aus den 1960er Jahren. Kombiniert mit kognitiven Systemen entwickelt sich NLP immer stärker zum Fundament für Geschäftsmodelle und Innovationen.

Das Credo heute: mobil

Alle oben genannten Schritte – Hardware, Betriebssystem, Webanbindung, Entwicklungsumgebung – stehen dem Entwickler über Bluemix in der Cloud bereit. Er muss sich die für ihn nützlichen Services nur zusammenklicken, die Provisionierung der Ressourcen läuft im Hintergrund. Die Handhabung ist dabei ähnlich einfach wie in einem App-Store – nur ist Bluemix eben für Entwickler. So kann er nach kürzester Zeit mit der Umsetzung der Idee loslegen.

Heute muss Software auch wie Truffls zeigt für den mobilen Gebrauch geeignet sein. Für den Entwickler heisst das, dass er mindestens drei unterschiedliche Plattformen bedienen muss: iOS, Android, Windows. Für jede darf er das Rad immer wieder neu erfinden. Nutzt er eine Platform-as-a-Service, kann er nicht nur wie oben beschrieben gleich loslegen. Dank des hybriden App-Entwicklungsansatzes auf Bluemix kann er die App auch zugleich für alle drei Mobile-Plattformen erstellen – ohne Mehraufwand.

Katalysator für Ideen jeder Größe

Diese Schnelligkeit bietet auch intern Vorteile: Früher konnte die Leitung zwischen IT und Fachabteilung mitunter lang sein, heute kann man schneller und leichter zu einem gemeinsamen Verständnis kommen. Wie? Indem man aussagekräftige und attraktive Zwischenergebnisse binnen kürzester Zeit austauscht, was zu schnellem Feedback und kontinuierlichen Verbesserungen führt.

Und was die Kosten betrifft, gibt es auch hier einige Vorteile: Wie oben gesehen verursacht die Ideenentwicklung alter Schule hohe Kosten und bindet Kapital langfristig. Bei Cloud Computing fallen Kosten nur für die tatsächliche Nutzung von Diensten und Hardware an. Wird beispielsweise eine Software am Quartalsende auf Grund des anstehenden Quartalsabschlusses stärker genutzt, wird entsprechend mehr bezahlt. Dagegen sinken die Gebühren bei geringer Nutzung.

Eben das war bislang nicht der Fall, denn bis jetzt wurde durchgehend für das Niveau bei Spitzenlast bezahlt. Und dies gilt für fast alle Bereiche der Softwarenutzung. Die neuen Cloud-Modelle hingegen sind hier flexibel, die IT kann mit den Ambitionen des Unternehmens mitwachsen.
Die Digitalisierung setzt Ideen frei – in Massen. Damit sie aber auch verwirklicht werden können, braucht es kurze Wege, vor allem in der Software-Entwicklung. Der kürzeste Weg auf den Markt führt über die Wolken.

 

Add Comment
No Comments

Leave a Reply

Your email address will not be published.Required fields are marked *

More Cloud Stories

Den Spagat zwischen Mainframes und Cloud Computing meistern

Als eines der größten IT-Unternehmen der Welt ist IBM aktiv an der Gestaltung einer neuen Cloud-Computing-Realität beteiligt. Die Idee, den Betrieb von IT-Anwendungen durch Dritte bereitzustellen, ist dabei nicht neu. Aber erst die letzten Jahre haben Cloud-Computing-Standards wie zum Beispiel Docker Container hervorgebracht. Solche Standards entkoppeln die Anwendungen so stark von der darunterliegenden IT-Infrastruktur, sodass […]

Aareal Bank: IBM Cloud im deutschen Bankensektor

Die Aareal Bank AG, die auf strukturierte Finanzierungen in der Immobilienwirtschaft spezialisiert ist, nutzt für das Geschäftsprozessmanagement und Datenbankservices die IBM Cloud. Dabei verwendet die Bank mit Hauptsitz in Wiesbaden die beiden Services IBM Business Process Manager (BPM) on Cloud und IBM DB2 on Cloud, die sie über den IBM Partner knowis AG bezieht. Dies […]

Clouds brauchen Management – viele Clouds ein orchestriertes Multi-Cloud Management

Jeder der einmal ein Symphonieorchester gehört hat und vielleicht sogar die zum gespielten Stück passende Partitur in der Hand hielt, bestaunt die Synchronisierungsleistung und die Kreativität, die so viele unterschiedliche Instrumente melodisch zum Klingen bringen. Dafür brauchen Orchester die Dirigenten, die den Überblick behalten. Denn viele Einzelstimmen gleichzeitig ergeben noch längst keine Harmonie. Ähnlich ist […]