Was braucht es um Wein online zu verkaufen?

Veröffentliche eine Notiz:

Heute endet die VINEXPO 2019 in Bordeaux.
Diese Messe für das Fachpublikum gilt als eine der bedeutendsten Weinmessen der Welt.

Ca. 2.000 „Austeller“ zeigen ihre Produkte, und es dürften dann ungefähr 40.000 Fachbesucher seit Montag die Veranstaltung bis heute Abend besucht haben. „Aussteller“ finde ich ein schwieriges Wort hier. Aussteller sind bekannte Weingüter aus vielen Ländern – natürlich auch die berühmten Weingüter aus dem Bordeaux – aber auch Weinhändler und Spiritosenhersteller und einige Verbände. Es ist an jeder Ecke zu spüren: Hier geht es um Wein!

Mein Titel „Was braucht es, um Wein online zu verkaufen?“ für diesen Beitrag habe ich aber nicht ganz zufällig gewählt! In der Agenda der Konferenz gleich am Montag fand sich exakt dieser Titel:

E-COMMERCE: WHAT IT TAKES TO SELL WINE ONLINE

Ich konnte hier eine Podiumsdiskussion mit wirklich hervorragenden Teilnehmern verfolgen.

Gemeinsam von allen die klare Nachricht: Der Online Handel dieser Industrie, und insbesondere vom Weingütern, hilft mehr Kunden zu gewinnen, ihr Geschäft zu verbessern, und schneller zu wachsen.

Ein gutes Beispiel dafür ist in der Runde mit Sicherheit Marco Magnocavallo, Gründer und CEO von Tannico. Nach nur 4 Jahren seit der Gründung verkauft das Unternehmen bereits mehr als 1 Million Flaschen im Jahr online und hat ein modernes Angebot für die Digitalstrategie seiner italienischen Weingütern, die ihn als Händler mit Wein beliefern. Ein wenig ähnlich wie das Angebot des Buchgroßhändler Koch, Neff&Volkmar für seine Buchhändler finde ich. Aber eine völlig andere Industrie mit einer interessanten Paralle. Koch, Neff&Volkmar konnte mit diesem Angebot über 1.000 Buchhändler gewinnen. Ich sehe hier wirklich die Paralelle zwischen kleinem Weingut und kleinem Buchhändler, die beide im Allgemeinen nur wenig Kenntnisse im Online Handel oder mit IT verfügen. Damit passt ein solches hochspezialisiertes Angebot perfekt zum Vorteil der Weingüter.

Zwei der Teilnehmer auf der Bühne kamen von großen Marktplätzen bzw. Plattformen.
Vivino mit ihrem CEO Chris Tsakalakis, und TMall (Alibaba) aus China mit Mike Hu, Präsident für FMCG und die TMall Supermärkte.

Vivino ist sehr bekannt für seine Mobile App, die mit einem einfachen Foto des Ettiket sofort den Wein erkennt und dann komplette Beschreibungen und Benutzerbewertungen anzeigt.  Chris Tsakalakis fasste sein Geschäftsmodell sehr gut in einem Satz zusammen: „We can aggregate demand an bring it directly to the supplier„. Er führte weiter aus: „… want to sell wine online, if they are ready to ship directly to consumer, we are another marketing channel for them. And probably a lot more efficient than buying ads at Google or Facebook, because we charge them a commission, we only charge them when we actually sell wine„. Die Diskussion in der Runde berührte dabei auch die Frage des Kanalkonflikts, da Wein ja bereits durch Großhändler oder Einzelhändler vertrieben wird und das Weingut ggf. einen Konflikt sieht.

Auch Mike Hu sprach beeindruckend über die Möglichkeiten über TMall direkt Konsumenten für Wein in China zu erreichen.

Ich hatte Mike Hu kurz zuvor schon in seinem eigenen Seminar gesehen. Unter dem Titel „Alibaba’s Globalization in Wine“ führte er dort im Detail die Leistungen aus und die Anwesenden konnten von konkreten weiteren Schritten in der strategischen Partnerschaft zwischen Vinexpo und Alibaba hören. Mike Hu möchte eindeutig mehr Weingüter in Tmall zeigen. Im Seminar wurde sichtbar, dass TMall hier mehr bietet als die Transaktion für den Online Kauf von Wein auf dem Marktplatz selbst. Betont wurden die Eigenheiten des chinesischen Konumenten und welche Leistung die Alibaba Gruppe und Tmall bieten, um diese Kunden wirklich richtig zu ereichen. Mit Bewertungen von anderen Benutzer auf der Webseite, und der grosse Einfluss von Influencern, zeigte er zwei Beispiele von vielen Eigenheiten des chinesischen Online Handels. Interessant fand ich, dass auch der Einkauf von Alibaba Centralized Import Procurement mit ausgewählten Weingütern zusammenarbeiten möchte, um ihre Weine zu importieren und dann verschiedene Kanäle in Alibaba, z.B. auch ihre Supermärkte, zu beliefern. Das sind deutlich mehr Leistungen als ein reiner Online Marktplatz.

Jetzt aber kurz noch zurück zum Wein selbst!
Ich hatte das grosse Vergnügen an einer „Masterclass“ von Riedel auf der VINEXPO teilzunehmen.

Das das Glas den Geschmack und Genuss von Wein beeinflusst, hatte ich vermutet. Aber es jemals richtig erlebt und erfahren bisher nicht.

Deshalb war für mich direkt der Start beeindruckend. Der erste Versuch den Geschmack von verschiedenen Gläsern zu erleben war mit Wasser. Wasser schmeckt immer gleich, soviel ist sicher. Aber ist unglaublig was das Glas erreicht! Ein Weinglas mit breiterem Rand lässt das Wasser eindeutig sauberer, frischer, schmecken. Und man hat fast den Eindruck das Wasser wirkt ein wenig „dickflüssiger“ – schwer zu beschreiben – als aus einem Weinglas mit schmaler Form. Ein wirklich toller Effekt, das war das Glas Nummer 5 auf dem Bild.

Beim Versuch mit einem weißen Sancerre, auch hier erzeugen die Gläser echte Unterschiede. Der Wein erscheint wirklich mit Stil in einem der beiden Gläser. Das Bukett fand ich als angenehm und erinnerte mich an Zitronen. In einem anderen Glas dann das Bukett schwächer und das Aroma „verfliegt“ fast im Vergleich. Eigentlich schade, das Weingut gibt sich viel Mühe den Wein herzustellen, und ich würde normalerweise die Flasche dann kaufen, und dann gibt es in unterschiedlichen Gläsern solche Unterschiede schon im Duft. Die beiden verschiedenen Gläser waren beide Gläser für Weisswein. Einmal ein allgemeines Weißweinglas (Nummer 1 auf dem Bild oben) und einmal ein Glas speziell für cremige Chardonnay Weine (die Nummer 2 im Bild). Auch die folgenden Rotweine in ihren Gläsern zeigten diese Effekte wieder deutlich.

Neben mir saß eine Mitarbeiterin des Chateaux Haut-Bailly. Auch sie war von den Effekten im Bukett und an der Zunge wirklich genauso überrascht.

Spannend. Sehr gut!
Herzlichen Dank an Riedel France – und insbesondere Philippe Guillon – für diese Erfahrung!

 

 

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