Shopping in New York

Veröffentliche eine Notiz:

Die Worte: „Shopping in New York“ lassen sicher auch bei Ihnen ein Bild im Kopf entstehen.
Und ich finde, das trifft für mich meinen Besuch der NRF Konferenz in New York vom 13. bis 15. Januar ganz gut.

Auch dieses Jahr ist die NRF 2019 die erste – und wirklich große – Konferenz im Handel. Und ihre Größe – „Retail’s Big Show“ – kann in der Tat beeindrucken: der Veranstalter spricht dieses Jahr von 37.000 Teilnehmer, mit 3.500 Handelsunternehmen, und Teilnehmern aus 99 Ländern.

Die Wiederentdeckung und die Aufmerksamkeit für den Store, der Filiale, ist für mich persönlich das prägende Thema dieses Jahr gewesen.

Für mich begann die NRF bereits am Samstag mit einer von mir geführten Store Tour, dem Besuch von Innovationen und neuen Konzepten im New Yorker Einzelhandel.
Ich hatte das Vergnügen, diese Store Tour für IBM Deutschland zu organisieren und dann auch in New York durchzuführen.
Unser Schwerpunkt lag auf den Themen Digitalisierung in der Filiale, Omni-Channel, und Personalisierung.
Im Programm für den Nachmittag waren Besuche bei NIKE, American Eagle Studio, Reformation, Amazon 4-Star, und Acustom Apparel.

Im Eröffnungsvortrag der NRF dann am Sonntagmorgen fragte Chris Baldwin, Präsident und CEO von BJ’s Wholesale Club das Publikum, ob sich jemand an 2016 erinnert. Davon, dass die „Retail apocalypse“ zu erwarten ist, und dem Online die alleinige Zukunft gehört. Das sei nicht eingetroffen. Er sagte dazu, dass „der Handel heute gesünder, dynamischer, innovativer und begeisternd ist als jemals zuvor“.

Sehr passend dazu empfand ich den Vortrag „The State of Retail 2019″von Sucharita Kodali, Vice President und Principal Analyst bei Forrester Research!
In mehr Details und mit Zahlen hinterlegt, sagte sie dazu: „Consumers are using phones to support that store experience, and that’s part of the reason that the retail apocalypse didn’t quite happen the way it was projected to happen“ und weiter „Consumers are going back to the store, and mobile devices and investments in mobility actually have supported that outcome.”
Frau Kodali betonte insbesondere dabei die Wichtigkeit von Omni-Channel. Dazu bemerkte sie: „Even with things like buy online, pick up in store or endless aisle, there are very few retailers that have fully implemented them yet“ und „as consumers continue to expect these solutions, retailers need to continue to invest in them“.

Aber zurück zum echten und praktischen Einkaufserlebnis in New York!

Lassen sich mich die technische Innovation am Beispiel des ‚NIKE House of Innovation‘ Filiale in New York ein wenig detaillierter beschreiben:

Wir haben das Geschäft an der 5th Avenue während der Store Tour besucht. Das erste was auffällt ist, dass die Mobile App beim Betreten der Filiale in den – wie ich es nenne – „Store Modus“ wechselt. Der mobile Online Shop auf meinem Smartphone verwandelt sich in eine echte Hilfe für den Besuch in der Filiale.
Die App erlaubt es mir, den Barcode jedes Artikels in der Filiale zu scannen, und alle weiteren Informationen zum Produkt sofort zu erhalten. Welche anderen Farben gibt es, sind andere Grössen in der Filiale oder Online verfügbar, und eine detailierte Beschreibung des Artikels. Ich kann den Artikel dann sofort in der App reservieren und er wird in einer der Umkleidekabinen im Geschäft innerhalb von wenigen Minuten bereitgestellt.
Die App erlaubt mir auch meine Online Bestellung in der Filiale abzuholen, und dann – und das finde ich überaus bemerkenswert –  auch selbst mit meiner App dort zu bezahlen! In der App ist die Möglichkeit die Barcodes zu scannen, direkt zu bezahlen, und zu gehen. Ohne Verkäufer und ohne Kasse. Eigentlich einfach, genau wie im mobilen Online Shop.
Aber mit einem massiven Vorteil: kein Anstehen an der Kasse, keine umständliche Registrierung eines mobilen Scanners wie man sie in Supermärkten sieht, einfach in der App. Wenn ein Kunde das nicht möchte, kann jeder Verkäufer mit seinem Smartphone das Bezahlen übernehmen. Mobile Kreditkartenleser an den Geräten der Verkäufer lassen diese Methode genauso schnell und einfach erscheinen. Ein Konzept, das wirklich überzeugt! Omni-Channel zum Anfassen in allen Aspekten!

Montagabend konnte ich dann mit allen Anwesenden der IBM Commerce Reception mehr Details, gute Einblicke und ein wenig aus der Technik dahinter direkt von Skip Potter, CTO von NIKE, hören. NIKE ist ein IBM Anwender im Omni-Channel und es war überaus spannend zu hören, welche Erfolge bereits heute sichtbar sind.

 

 

Brian Cornell, Vorstandsvorsitzender und CEO von Target, gab am Montag in seinem Vortrag mit dem Titel „More in store: Target invests in its guests and its future“, jedem Einzelhändler – egal ob groß oder klein –  den Hinweis  vier Punkte zu beachten, um Innovation zu beschleunigen und wettbewerbsfähig zu bleiben:

  1. Jede Entscheidung muss auf die Bedürfnisse des Verbrauchers abgestimmt sein.
  2. Investieren in die eigene Organisation.
  3. Reinvestition in Filialen, Technologie, Fulfillment, und Mitarbeiter.
  4. Disruption in der eigenen Organisation.

Auch hier wieder mit dem Hinweis auf Filiale und damit verbunden Fulfillment, dem Omni-Channel Thema.

Am IBM Stand war dieses Interesse mehr als deutlich zu sehen!
Der ständig umlagerte und beliebte Platz zum Thema „Optimized Fulfillment, Maximize profit on every customer order with AI-enabled orchestration“ beweist das starke Interesse an Omni-Channel und deren Optimierung.
IBM zeigte den Watson Order Optimizer. Diese Lösung optimiert – einfach gesagt – das Fulfillment von Bestellungen, indem es in der unüberschaubaren Zahl von unterschiedlichen Möglichkeiten um eine Bestellung zu erfüllen die Option findet, die am besten zur Strategie des Händlers passt.

Watson Order Optimizer verarbeitet dazu zahlreiche Daten-Feeds aus Logistik, Filialen und Merchandising, um sowohl das Verhalten des Fulfillment-Netzwerkes als auch Angebot und Nachfrage zu verstehen. So kann Watson für jede Bestellung aus vielen Millionen möglichen Fulfillment-Plänen den Plan auswählen, der Versandkosten, Handling, Markdown- Stock-out-Wahrscheinlichkeit, und Liefertreue im Rahmen der vorgebenden Strategie optimal abwägt. Watson Order Optimizer optimiert hierbei jede Bestellung in Sekundenbruchteilen. Bestellungen werden ohne Verzögerung ins Fulfillment übergeben. Händler sparen so signifikant bei Handling, Porto, Markdowns und den Folgen von Stockout-Ereignissen in Filialen.

Ein Thema, das im größeren Zusammenhang auch im VortragWhere are you on the adoption curve? An NRF/IBM intelligent automation report“ am Montag zu sehen war. IBM hat pünktlich zur NRF 2019 gemeinsam mit der National Retail Foundation die Ergebnisse der gemeinsamem Studie vorgestellt. Als Werkzeug zur Automatisierung ist Watson Order Optimizer in der Studie ebenfalls betrachtet.

 

Gut gefallen hat mir der „2019 Consumer Outlook“ am Dienstag mit Jay Sole (UBS), Jill Standish (Accenture), zusammen mit Katherine Cullen und Mark Mathews (beide vom Einzelhandelsverband National Retail Federation). Und in dieser Diskussion konnte ich eine Zahl zu diesem Thema hören, die auch mich in ihrer Höhe wirklich überrascht hat:

67% aller Pure Online Retailer in den USA haben in 2018 ein Laden-Geschäft eröffnet.

Ein mehr als eindeutiger Hinweis, dass der reine Online Handel – mit Ausnahmen – vielleicht schon in 2019 der Vergangenheit angehören wird?

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