Die Mayflower Autononmous Ship 400 (MAS400) überquert als erstes unbemanntes Forschungsschiff den Atlantik

By | 3 minute read | June 7, 2022

Mayflower Autononmous Ship_Header_990x498px

Weder Kapitän noch Crew: Mit Solarenergie und KI-Kapitän zu neuen Ufern

Denn eines der größten Hindernisse für die Erforschung unserer Ozeane sind gerade die Forschungsreisen: Zu lange, zu teuer und zu gefährlich für die Forscher an Board. Mit einem autonomen Schiff ließe sich das vermeiden – Phaneufs Vision wurde Wirklichkeit. Am 16. September 2020, dem Jahrestag des Auslaufens ihrer berühmten Vorläuferin aus dem Hafen von Plymouth, wurde die Mayflower eben dort getauft. Ein Jahr hat das internationale Team für Design und Konstruktion des 15 Meter langen Trimarans gebraucht. Wesentlich länger dauerten Entwicklung und Training des so genannten „KI-Kapitän“, der künstlichen Intelligenz an Bord: Anhand tausender Fotos musste die KI lernen, Hindernisse zu erkennen und Zusammenstöße zu vermeiden. Der KI-Kapitän ändert selbstständig den Kurs der MAS400, um Stürmen, anderen Schiffen und Hindernissen auszuweichen.

Mayflower Autononmous Ship_1_500px

Das Mayflower Autononmous Ship 400 „sieht“ dank KI-gestützter Technologie von IBM

Ein Teil der Software der Mayflower Autononmous Ship 400 läuft über die Cloud und sie nutzt Edge-Computing, so auch die Daten der IBM Weather Company. Aber die sechs Sinne des Schiffes, die mehr als 30 Sensoren an Bord, wiegen ihren Teil. Sie liefern die Datenbasis, durch die der speziell entwickelte „AI Captain“ über Systeme wie IBM Maximo Visual Inspection und IBM Operational Decision Manager „sehen“ und „entscheiden“ kann. Die Systeme der Mayflower synchronisieren sich mit der IBM Cloud, sobald eine Satellitenverbindung verfügbar ist und rufen kontinuierlich Wetterdaten ab, um Unwetter zu umschiffen.

Die wissenschaftlichen Projekte

Die Forschungsprojekte an Bord konzentrieren sich auf Meeresqualität und –chemie, z.B. mit Hypertaste – einer neuen von IBM Research entwickelten Technologie für schnelle KI-gestützte chemische Tests. Es ist eine Art “elektronische Zunge”, die Flüssigkeiten “schmecken” kann. Mit KI trainiert kann sie schnell und autonom deren Inhalt bestimmen. Sie kann sogar alte Rotweine oder andere Getränke von gefälschten Substituten unterscheiden. Darüber hinaus geht es unter anderem um die Analyse von Mikroplastik-Konzentration, die Untersuchung von Meeresspiegel, Wellenhöhe und das Potenzial für die Energiegewinnung. Spannend ist auch die Analyse der Walgesänge: Mit Hilfe von akustischen Sensoren wird ein Unterwasser-Audiostrom gesammelt, der mittels eines Machine-Learning Modells die Geräusche auf Merkmale der Stimmen von Meeressäugern analysiert. So können nicht nur die Geräusche von Walen von denen von Delfinen und Schiffen unterschieden werden, sondern man kann auch abschätzen, wie viele dieser Meeressäuger dem Schiff unterwegs begegnen. Die Schätzungen sollen helfen, die Gesamtpopulation der Säugetiere im Ozean besser zu verstehen.

Verfolgen Sie die Reise der MAS400 live