Grüne Mobilität: Wie Fortum mit der IBM Garage die Energiewende vorantreibt

By and Christian Jacobsson | 5 minute read | May 20, 2021

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Vielleicht haben Sie, als Sie zum ersten Mal eine riesige Windturbine gesehen haben, die Augen verdreht oder an der ersten Ladestation für Elektrofahrzeuge in ihrer Nachbarschaft staunend innegehalten – heute sind Elektroautos, Solarpaneele und Windparks alltäglich. Unsere Gesellschaft nimmt den Kampf gegen den Klimawandel auf, wobei Elektromobilität und erneuerbare Energien an vorderster Stelle stehen. Als separate Lösungen stellen diese Initiativen jedoch zwei große Herausforderungen dar. Erstens ist erneuerbare Energie volatil, weil sie von externen Faktoren wie dem Wetter abhängt, und stellt dadurch eine Gefahr für die Stabilität des Stromnetzes dar. Zweitens stößt das Stromnetz durch die Elektromobilität – und sei es nur die Versorgung der weltweit existierenden E-Fahrzeuge – bereits an seine Grenzen. Die Energiewende erfordert dementsprechend, dass erneuerbare Energien skalierbar für die Elektromobilität genutzt werden können. Aber wie ist das effektiv möglich, während gleichzeitig alle zufriedengestellt werden, vom E-Auto-Fahrer bis zum Energieerzeuger?

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Widersprüchliche Ziele bremsen grüne Mobilität

Das finnische Energieunternehmen Fortum ist entschlossen, das Stromnetz auszubalancieren, damit unsere grünen Ambitionen nicht scheitern. Als Teil des Energie-Ökosystems kann Fortum jedoch sehen, wo das Problem liegt: Die Hauptakteure haben widersprüchliche Ziele:

  • Elektroautofahrer wollen ihre Fahrzeuge bequem und kostengünstig laden, um von Punkt A nach Punkt B zu kommen.
  • Die Betreiber von Ladestationen (Charge Point Operators, CPOs) möchten die Kosten für die maximale Energielast senken.
  • Fuhrparkbesitzer wollen ihre Flotten erfolgreich betreiben, können dafür aber nicht zu 100 % auf Ökostrom umsteigen, weil sie noch nicht über die entsprechende Infrastruktur verfügen.
  • Energieversorger wollen das Netz im Gleichgewicht halten, ohne das Kundengeschäft zu unterbrechen.

Um eine grüne Mobilität zu erreichen und gleichzeitig ein stabiles Netz aufrechtzuerhalten, beschloss Fortum die wichtigsten Akteure in einem offenen Informationsaustausch zusammenzubringen. Um diesen Prozess zu erleichtern, wandten sie sich an die IBM Garage – ein bewährtes Framework, in dem es gelingt, Menschen, Prozesse und Technologie an einen Tisch zu bringen. Nach der agilen, menschenzentrierten IBM Garage-Methodik arbeiteten IBM und Fortum daran, in zwei Wochen Lösungen zu finden, die die Welt verbessern. Und die ersten zwei Wochen verliefen sehr erfolgreich.

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THINK Session: IBM Garage for Sustainability: How to co-create a green business in two weeks

Cortney Knoll, Vice President & Senior Partner, Global IBM Garage Leader bei IBM iX, Adriano Delaunay, IBM Garage Leader IBM DACH, und Christian Jacobsson, Vice President Energy Intelligence bei Fortum, sprechen über die Zusammenarbeit von Fortum und IBM.

Lösungen für die Energiewende im Sprint entwickeln

In der ersten Woche wurde das Team zusammengestellt und das Problem definiert:
Ein interdisziplinäres Team aus Business Design- und Customer Experience-Expertinnen und Experten von IBM iX aus Berlin, Genf, Hamburg, Helsinki, London, Miami und Zürich wurde definiert und begann damit, die enorme Herausforderung der Energie-Verteilung in kleine, lösbare Initiativen aufzubrechen.

  • Es wurde ein Business Case erstellt, der Klimaziele mit Rentabilitätszielen verbindet und damit begonnen, die hochkomplexen Elektromobilitäts-Ökosysteme und Abhängigkeiten zu entschlüsseln.
  • Zusätzlich zu IBM Cloud, IBM Watson und IBM Quantum Technologie, entschied man sich für Adobe Software, weil sie die benötigten End-to-End-Funktionen für die Erstellung, Ausführung und Analyse von Kundenerfahrungen bietet.
  • Das Team stellte fest, dass CPOs im Zentrum der Wertschöpfung stehen, da sie als Drehscheibe die Energieversorger mit den Nutzern verbinden.
  • Es wurde mit einer human-centered Design-Research begonnen, um Risiken zu minimieren, die Fragestellung zu schärfen und auf den richtigen Weg zu kommen. 16 Problemhypothesen und Annahmen wurden formuliert, um den Wertfluss des Ökosystems zu validieren.
  • Diese Hypothesen wurden daraufhin in Interviewfragen und Forschungsziele übersetzt.
  • Insgesamt wurden 14 Interviews mit E-Auto-Fahrern, CPOs und Flottenbetreibern durchgeführt. Darauf basierend folgten Konzepttests mit Fahrern von E-Autos, CPOs und Flottenbetreibern.
  • Die Ergebnisse zeigen, dass E-Fahrer vor allem Wert auf Komfort legen und wenig Anreiz haben, ihr Verhalten zu ändern, dass CPOs Ladespitzen als massives Problem ansehen und dass Flottenbetreiber schlechte Erfahrungen mit E-Mobilitätsanpassungen gemacht haben.

In der zweiten Woche stand die Problemlösung auf der Agenda:

  • In enger Zusammenarbeit entstand ein Projektplan und der „Golden Thread” – eine Zukunftsvision, die sich durch jeden Aspekt des Projekts zieht.
  • Mittels Brainstorming entstanden kreative Lösungen in gemeinsamen Arbeits-Sessions.
  • Unter Verwendung von Design-getriebenen Ansätzen, einschließlich IBM Garage Enterprise Design Thinking, wurden Lösungshypothesen und Szenarien erstellt.
  • Es wurde kontinuierlich getestet und die Lösungsansätze entsprechend angepasst, z.B. auf Basis von täglichen Interviews.
  • Ein Proof of Concept wurde erstellt, um die Möglichkeiten mit Adobe-Technologien zu erkunden. Prototypen von technischen Architekturen und User Journeys auf Basis von Adobe wurden erstellt.
  • Zuletzt wurde eine Roadmap zur Überführung des Proof of Concept in die Produktion formuliert.

In den zwei Wochen erkannte das Team, dass die einfache Platzierung einer zusätzlichen Batterie neben den Ladepunkten eine 100 Prozent grüne Mobilität in großem Umfang ermöglichen und das Stromnetz am Leben erhalten kann, während gleichzeitig der Servicelevel von CPOs und Flottenbesitzern maximiert wird. Die Batterie bietet drei Lösungen in einer:

  • Ladepunkte könnten mit ihnen die Energielasten verwalten und Spitzen vermeiden, die das Stromnetz belasten und für den CPO teuer sind.
  • Flottenbesitzer können eher auf Schnellladung zurückgreifen.
  • Energieerzeuger könnten primäre und sekundäre Reservekapazität für das Stromnetz bereitstellen und diese Flexibilität monetarisieren

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Grüne Mobilität und Nachhaltigkeit ermöglichen

In nur zwei Wochen haben Fortum und IBM eine Lösung definiert, die grüne Mobilität ermöglicht und einige Bedenken der wichtigsten Akteure in einem komplexen, vernetzten Ökosystem ausräumen kann. Der Schlüssel war den Menschen zuzuhören, die sowohl von dem Problem als auch von der Lösung betroffen sind, um dann mit größtmöglichen Insights neue Ideen zu entwickeln. Das Team arbeitete agil zusammen und zerlegte große Herausforderungen in überschaubare Teile, die in zeitlich begrenzten Timeslots angegangen wurden. Selbst ein so gewaltiges Problem wie die weltweite Energiekrise kann mit der richtigen Mischung aus Leidenschaft, Methodik und Fachwissen greifbar werden. Wir können es kaum erwarten zu sehen, was als Nächstes kommt, wenn Fortum und IBM weiter zusammenarbeiten, um Lösungen zu entwickeln, die den Klimawandel bekämpfen.

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