Frauen in MINT-Berufen: Jeanette Fürst als „Woman Leader in AI“ ausgezeichnet

By | 4 minute read | May 6, 2021

210506_Frauen MINT_Header_990x498px

In unserer Video-Reihe „AI Café“ spricht sie über AIOps:

Frau Fürst, die Berufsbezeichnung für Ihr Spezialgebiet ist AI Ops Event Manager. Was muss man mitbringen, um in diesem Beruf erfolgreich zu sein?

Man sollte eine schnelle Auffassungsgabe mitbringen, um die Anforderungen, die ein Kunde hat, adaptieren und standardisieren zu können. Wir müssen uns in die verschiedensten technischen Bereiche einarbeiten, egal ob es sich um Server, Applikationen, Netzwerkkomponenten oder um Cloudtechnologien handelt. Wir müssen sie verstehen, um sie zu abstrahieren und auf einen Nenner zu bringen. Wichtig sind auch Kreativität und natürlich IT-Affinität. Reines Programmieren-Können reicht nicht aus, denn ein wichtiger Teil unserer Arbeit besteht in der Visualisierung von Lösungen und in der Kommunikation. Wir müssen mit den Kunden sprechen, ihnen zuhören und die Lösungen erklären. Erst die Kombination aus diesen Fähigkeiten macht einen guten Berater aus. Das ist die Herausforderung in unserem Beruf, das macht ihn aber auch so vielseitig und spannend.

Was hat Sie motiviert, beruflich in diese Richtung zu gehen und dabei noch einen Fokus auf Künstliche Intelligenz zu legen?

Das Thema Künstliche Intelligenz hat sich im Laufe der Jahre quasi logisch ergeben. Das IT-Business hat mich aber schon immer interessiert. In den 90er-Jahren, zum Start meiner beruflichen Laufbahn, gehörten die IT-Berufe zu den modernsten Berufen überhaupt. Und wer sich als Frau für diese Laufbahn entschied hatte automatisch ein Alleinstellungsmerkmal. Das Studium war zwar nicht einfach, aber wenn man sich einmal etabliert hatte, war man sehr angesehen – das gilt heute übrigens immer noch. Zu Anfang des Studiums hatte ich Sorge, dass ich später im Beruf „nur noch“ programmieren würde, was mir leidgetan hätte, da ich sehr gerne mit Menschen arbeite. Ich habe dann aber schnell gemerkt, dass das Programmieren beziehungsweise die Software und Systeme nur Mittel zum Zweck sind. Man muss in diesem Beruf mit den Menschen arbeiten und das Verständnis für die technischen Lösungen wecken, damit sie sich effizient einsetzen lassen.

IBM_Frauen MINT_1_500px

In der freien Wirtschaft zählt die Leistung.

Wie sind Sie als Frau in diesem eher männer-dominierten beruflichen Umfeld klargekommen?

Ich arbeite gerne mit männlichen Kollegen zusammen und erlebe sie zumeist als offen und direkt. Im Studium und auch im Berufseinstieg musste ich mich natürlich erst einmal beweisen, damit bin ich aber klargekommen. Man muss erst einmal zeigen, dass man etwas kann – das muss aber übrigens jeder. Ich kann nicht sagen, dass ich es als Frau irgendwie schwerer hatte. Wenn man eine unter zehn ist, wird man als Frau im Gegenteil sogar eher wahrgenommen als die restlichen neun Männer. Und mal ganz ehrlich: In der freien Wirtschaft zählt die Leistung.

Inzwischen gibt es mehr junge Frauen, die sich für MINT-Berufe entscheiden. Verändert das ihren Berufszweig?

Ja, ich denke schon, es wird angenehmer vom Tonfall her, nicht mehr ganz so rau – das ist schön. Aber ansonsten ist es eine gute Durchmischung, die ein Team weiterbringt. Frauen im MINT-Bereich können da aber neue, andere Aspekte beisteuern, zum Beispiel Kreativität oder einen anderen Kommunikationsstil, der auch beim Verkaufen hilfreich sein kann.

Was erwartet junge Frauen in MINT-Berufen?

Frauen in MINT-Berufen können sich kreativ einbringen und erleben einen Beruf mit vielen unterschiedlichen Aspekten: man kann programmieren, beraten und Konzepte entwickeln. Ein großer Vorteil ist auch die Möglichkeit ganz flexibel und remote zu arbeiten. Für junge Familien ist das ein wichtiger Punkt. Außerdem wird es niemals langweilig, die technischen Entwicklungen bleiben niemals stehen und man kann mitwachsen, muss allerdings auch konstant mitlernen. Wem das gefällt, für den ist dieser Bereich ein fantastisches berufliches Feld.