Wenn Offenheit und Flexibilität zählen: OpenStack erobert die Cloud!

By | 3 minute read | October 27, 2016

Mit Cloud-Services erreichen Unternehmen mehr Flexibilität und Skalierbarkeit für ihre Applikationen und verkürzen ihre Time-to-Market. So weit – so gut. Dabei haben zahlreiche Anwender jedoch die Befürchtungen, von einem Anbieter abhängig zu werden – der gefürchtete Vendor-Lockin. So haben sich vor allem die Open-Source-Communities auf die Fahne geschrieben, Standards zu schaffen, die genau dies verhindern. Für Open-Source-Software spricht vor allem der frei verfügbare Quellcode, der Änderungen ermöglicht, und auch die riesige Entwickler-Community. Zahlreiche Dienstleister offerieren Implementierungs-, Wartungs- und Support-Services.

Einer dieser Standards ist OpenStack. Was das Betriebssystem für den PC oder Mac ist, ist OpenStack für die Cloud. Im Unterschied zu den herkömmlichen Betriebssystemen verwaltet OpenStack nicht nur einen einzigen Rechner, sondern die Ressourcen von vielen Systemen, die zusammen die Plattform einer Cloud-Umgebung bilden. OpenStack gehört zur Open-Source-Familie und ist somit das „Linux für die Cloud“ – mit riesigem Potential. Denn vor allem hybride und Multi-Cloud-Umgebungen wachsen schnell und nutzen meist OpenStack, weil es neben Skalierbarkeit auch die größtmögliche Offenheit und Transparenz bietet.

Weltweit gewinnt die Cloud rasant an Bedeutung – allein in Deutschland beschäftigen sich mehr als 85 Prozent der Unternehmen aktiv mit dem Thema. Gut ein Viertel setzt schon heute Cloud-Services als Teil ihrer IT-Strategie ein. Dank dieser Entwicklung hat sich innerhalb von nur sechs Jahren eine weltweite OpenStack-Community etabliert, die mehr als 55.000 Mitglieder in fast allen Ländern der Welt hat. Im Oktober ging bereits mit „Newton“ das vierzehnte Release an den Start. OpenStack hat sich für die Cloud mittlerweile praktisch zum Industriestandard gemausert.

Was nutzt die schönste Cloud, wenn sie sich auflöst?
Im Rahmen ihrer Cloud-Strategien sollten Unternehmen vor allem auf die Zukunftssicherheit achten. Egal ob Private, Public oder auch Hybrid- und Multi-Cloud-Umgebungen, auf Architektur- und API-Ebene gilt es, für größtmögliche Offenheit und Flexibilität zu sorgen. OpenStack erfüllt diese Voraussetzungen und lässt sich in den unterschiedlichen Deployment-Varianten einsetzen.

Und so konstatieren auch die Autoren René Büst und Meike Buch von Crisp Research in ihrer aktuellen Studie, dass OpenStack Deutschland erobert. Im Auftrag von IBM wurden 380 Entscheider aus Unternehmen verschiedener Branchen und Größen befragt. Knapp Dreiviertel der deutschenUnternehmen, die sich mit Cloud Computing beschäftigen, planen heute oder zukünftig den Einsatz von OpenStack oder haben die offene Cloud-Infrastruktursoftware bereits im Einsatz. Dabei fällt die Entscheidung „Make or Buy?“ eindeutig aus: Rund 60 Prozent der befragten deutschen Unternehmen mit Cloud-Hintergrund beziehen OpenStack-Distributionen eines Herstellers und entscheiden sich gegen eine Individuallösung. Gründe hierfür sind vor allem die technische Komplexität und der hohe Integrationsaufwand.

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Welche Gründe für OpenStack sprechen – Studie von Crisp Research.

Was Volkswagen, Metro und Galeria Kaufhof gemeinsam haben
Die Offenheit von OpenStack schätzen Unternehmen wie Galeria Kaufhof, die Metro AG oder auch Volkswagen. Galeria Kaufhof verfolgt laut Crisp Research ein OpenStack-as-a-Service-Modell, um seinen Webshop zu betreiben. Der zur Metro Group gehörende IT-Dienstleister Metro Systems baut eine OpenStack-basierte Private Cloud, die über mehrere eigene Rechenzentren verteilt betrieben wird. In einem hybriden beziehungsweise Multi-Cloud-Szenario lässt sich die Private Cloud mit weiteren OpenStack-Clouds integrieren. Volkswagen wiederum will laut Crisp-Marktanalysten in Zukunft alle neuartigen (Cloud-nativen) Anwendungen auf OpenStack betreiben. Der Automobilkonzern will die Open-Source-Software unter anderem für den Betrieb seiner Webseiten, den Car-Konfigurator sowie für 3D-Rendering und BI/Analytics einsetzen. Und was den Großunternehmen recht ist, kann für den Mittelstand ja nicht falsch sein…

Open by design
Die Crisp-Studie zeigt auch, dass OpenStack sowohl als Basis als auch als Treiber für weitere Open-Source-Technologien dient. Unternehmen in Deutschland beschäftigen sich aktiv mit Open-Source-basierten Container-Technologien, PaaS-Umgebungen (Platform as a Service) und Serverless-Technologien. Der Vorteil: Unternehmen reduzieren die Lizenzkosten und verkürzen Entwicklungszeiten für neue Anwendungen.

IBM beteiligt sich zurzeit an rund 170 Open-Source-Projekten zu Themen wie OpenStack, Apache Spark, Cloud Foundry, Open Contain Project, Node.js, CouchDB, Linux und Eclipse. Zur Expertise in diesem Bereich trägt auch die Zusammenarbeit mit Apache bei. OpenStack dient bei IBM als Infrastruktur-Basis für das PaaS-Angebot Bluemix, das technisch auf dem Standard von Cloud Foundry basiert. Über Bluemix lassen sich virtuelle Maschinen bereitstellen und bis auf Betriebssystemebene verwalten. Damit erhalten Entwickler mehr Kontrolle über Infrastruktur-Ressourcen. Seit Februar 2015 lassen sich über Bluemix auch Docker-Container bereitstellen, um Anwendungen in einer gekapselten Form automatisiert bereitzustellen. Als Serverless-Technologie hat IBM die Open-Source-Lösung OpenWhisk in Bluemix integriert. OpenWhisk vereinfacht die cloudbasierte Entwicklung und unterstützt Programmierer, um eventgetriebene Anwendungen zu steuern, ohne dafür Server bereitzustellen.

Link zur Studie: https://www.crisp-research.com/publication/openstack-als-basis-fur-offene-cloud-architekturen/

Video: Open by design https://youtu.be/4_QIsiYFD6I