Automation

2. Human Friendly Automation Day

Veröffentliche eine Notiz:

Frankfurter Flughafen, Juli 2022: Lange Wartezeiten, gestrichene Flüge, Frustration statt Urlaubsstimmung. Und das mitten in den Sommerferien. Der Grund: Es fehlt an allen Ecken an Personal.

Einige Monate später sieht die Lage bereits anders aus: Um Warteschlangen zu vermeiden, übernehmen nun immer mehr Maschinen statt Menschen Prozesse wie die Gepäckabfertigung. Ticket einscannen, Bon ausdrucken, Koffer abgeben – fertig. 

Ersetzt durch einen Roboter? 

Eine Antwort auf die Herausforderungen des Fachkräftemangels scheint klar: Automatisierung

Automatisierung wird Unternehmen dabei helfen, sich für die anstehenden Herausforderungen effizient organisieren zu können und dazu beitragen, einen wirksamen Mechanismus gegen den Fachkräftemangel zu schaffen. 

Was dabei im Fokus steht, sind vor allem die Effizienz- und Performancegewinne, die sich durch Automatisierung realisieren lassen. Viel zu kurz kommt jedoch der Blick auf den Menschen und die Auswirkungen, die mit der Automatisierung einhergehen. 

Denn was passiert eigentlich mit Menschen wie Frau Schulze, die seit mehreren Jahren am Schalter der Gepäckabgabe gearbeitet hat und nun durch einen Roboter ersetzt wurde?

Stellen Sie sich doch einmal das folgende Szenario vor: „Kollege Roboter“ erscheint und übernimmt einen Großteil Ihrer jetzigen beruflichen Aufgaben. Was tun Sie mit der freigewordenen Zeit? 

Möchten Sie sich weiterbilden – und wenn ja, worin? 

Oder eine zusätzliche Aufgabe übernehmen – aber was müssen Sie dafür können? 

Vielleicht sogar eine andere Rolle einnehmen – aber wer zeigt Ihnen neue Perspektiven auf? 

Viele Fragen, und oft nur selten Antworten. Das jedenfalls spiegelt die Realität vieler Beschäftigten wider, die von einem Automatisierungsprojekt betroffen sind. 

Automatisierung im Sinne der Menschen – nicht andersrum! 

Bei all dem Nutzen, der mit Automatisierung verbunden ist, dürfen wir nicht vergessen: KI-basierte Automatisierung verändert das Berufsleben für viele maßgeblich und ist nicht nur mit einer beruflichen, sondern auch mit einer persönlichen Veränderung verbunden. 

Daraus wird deutlich: 

Es erfordert, den Menschen in den Mittelpunkt der Automatisierung zu stellen. 

Es braucht verbindliche Werte, die die Chancen und Auswirkungen für den Einzelnen und die Gesellschaft berücksichtigen. 

Es gilt, Automatisierung neu zu denken. 

Human Friendly Automation – Das globale Manifest für Werte und Prinzipien

Genau das macht sich die von IBM Mitarbeitenden entwickelte Initiative Human Friendly Automation zur Mission und hat den Implementierungsprozess von Automatisierungsprojekten revolutioniert: Die Interdisziplinarität des Vorgehens und die Einbindung der Betroffenen von Beginn an ermöglichen die Identifikation von Stärken, passenden neuen Einsatzmöglichkeiten und zielgerichtete Trainingsangebote.

Das Fundament bildet die Human Friendly Automation Werte-Charta, die von Dr. Lars Schatilow, Enterprise Change Lead DACH bei IBM, gemeinsam mit seinem Team und einem Expertennetzwerk entwickelt wurde. Sie schafft die Grundlage für eine faire, nachhaltige globale digitale Wirtschaft.

Immer mehr Organisationen erkennen die Relevanz von Human Friendly Automation und wenden die Werte-Charta in der Praxis an. So auch die Bundesagentur für Arbeit

Automatisierung bei der Bundesagentur für Arbeit? Ja, aber nur „human friendly“!

Erst kürzlich rief Andrea Nahles, Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, die „Dekade der Automatisierung“ des öffentlichen Sektors aus. Diese muss jedoch „human friendly“ erfolgen. 

Dass das nicht nur ein Lippenbekenntnis ist, zeigt Dr. Markus Schmitz, CIO der Bundesagentur für Arbeit. Dieser hat die HFA-Werte Charta als Basis verwendet und in KI-Ethikleitlinien überführt.

Die Bundesagentur für Arbeit geht jedoch noch einen Schritt weiter. Mit Unterstützung von IBM ist in diesem Jahr der PoC „Human Friendly Mail Automation“ gestartet. Erstmalig wird der Mailautomatisierungsprozess neu gedacht – sozial verantwortlich und unter Berücksichtigung des HFA-Wertemanifests. Neben der technischen Implementierung geht es dabei vor allem um die weitsichtige und nachhaltige Gestaltung der Personalplanung und um die Weiterbildung der von der Automatisierung betroffenen Mitarbeitenden. 

Welche Ergebnisse ein HFA-konformes Projekt in der Praxis erzielt, ist Thema des diesjährigen Human Friendly Automation Day am 5. Oktober. 

2. Human Friendly Automation Day – Wie gestalten wir die Ära von KI nachhaltig und human friendly?

Damit HFA zum Standard wird und die Relevanz von wertstiftender und würdevoller Arbeit für die Ära der Automatisierung erhalten bleibt, hat das unternehmensübergreifende Expertennetzwerk den Human Friendly Automation Day ins Leben gerufen. 

Jedes Jahr gibt es einen neuen Ausrichter der Veranstaltung. Nach einem erfolgreichen Auftakt im IBM Watson Center in München 2021 freuen wir uns sehr, dass nun die Bundesagentur für Arbeit die Rolle des Gastgebers übernimmt und das Bewusstsein für Human Friendly Automation weiter schärft. 

Das haben wir vor: 

Wir freuen uns auf den Austausch mit zahlreichen Gäste und Expert:innen aus Wissenschaft, Wirtschaft,der öffentlichen Verwaltung sowie von Arbeitnehmerverbänden. 

Seien Sie live dabei!

Neugierig? 

In einer aktuellen Episode des Podcast „Helden der Arbeit“ gibt Dr. Lars Schatilow, Gründer der HFA-Initiative, einen Einblick in die Relevanz von Human Friendly Automation im Zeitalter der Automatisierung. Hören Sie doch mal rein! 

Menschenfreundliche Automatisierung – Immer auf dem Laufenden

In unserer Community auf LinkedIn halten wir Sie stets über Neuigkeiten und Updates rund um das Thema HFA auf dem Laufenden. Wir freuen uns über alle Mitstreitenden, die mit uns die Zukunft der Arbeitswelt neugestalten möchten. 

Kommen Sie bei Fragen gerne auf uns zu:

Dr. Lars Schatilow

Founder HFA
Lead Enterprise Change IBM DACH

lars.schatilow@ibm.com

Sophia Greulich

Co-Founder HFA
Associate Consultant Enterprise Change

sophia.greulich@ibm.com

Consultant Enterprise Change & Transformation

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