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Intelligent Workflow in Banking: eVoting on Blockchain

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In den ersten zwei Teilen unserer Reihe zum Thema „Intelligent Workflows in Banking“ haben wir bereits Anwendungsbeispiele ausgearbeitet; Zum einem haben wir den Einsatz von KI im Kampf gegen Geldwäsche und Finanzbetrug analysiert. Zum anderen haben wir die End-to-End Kreditdigitalisierung behandelt. Der dritte Teil dieser Serie beschäftigt sich nun mit einem Blockchain-basierten Wahlsystem für sichere und effiziente Abstimmungen bei (virtuellen) Hauptversammlungen.

Online-Hauptversammlungen als zukünftiger Trend

Die jährliche Hauptversammlung ist eines der wichtigsten Ereignisse im Investor Relations Management einer Aktiengesellschaft bzw. SE. Aktionäre können hier ihre Mitspracherechte ausüben und über Beschlüsse abstimmen, bspw. zur Gewinnverwendung und Entlastung des Vorstands. Mit ihren Entscheidungen auf der Hauptversammlung können sie den zukünftigen Kurs „ihres“ Unternehmens mitbestimmen. Dieses Mitspracherecht nutzen jedoch nur wenige Investoren, denn viele Hauptversammlungen verzeichnen lediglich eine geringe Shareholder-Beteiligung.

Vor allem Privatinvestoren und Kleinanlegern bleibt meist nur die Wahl zwischen zwei Alternativen: Stimmenthaltung oder die Bevollmächtigung einer Vertretung, z.B. ihrer Bank, einer dritten Person oder Organisation, oder von Vertretern des Unternehmens. 

Andererseits würde es Unternehmen vor große logistische und organisatorische Herausforderungen stellen, wenn tatsächlich ein Großteil der Shareholder persönlich bei einer Hauptversammlung anwesend wäre. Die Kosten der Hauptversammlung wären in diesem Fall für viele Unternehmen nur schwer vertretbar. Eine digitalisierte Abstimmungsmöglichkeit für alle Aktionäre, die sämtlichen regulatorischen und technischen Anforderungen gerecht wird und die Integrität der Abstimmungsergebnisse einer Hauptversammlung sicherstellt, kann hier Abhilfe schaffen und die Beteiligung, gerade von Privatinvestoren, steigern.

Große Kostensenkungspotenziale bei virtuellen Hauptversammlungen

Neben der bereits angesprochenen höheren Partizipation, v.a. auf Seiten der Kleinanleger, sowie der Sicherstellung der Integrität der Abstimmungsergebnisse haben Online-Hauptversammlungen noch einen weiteren großen Vorteil, die erhebliche Senkung der Kosten für die Hauptversammlung. Gerade in wirtschaftlich angespannten Zeiten, wie wir sie in vielen Bereichen aktuell aufgrund der Covid19-Pandemie erleben, ist es wichtig, dass Unternehmen ihr Kapital gewinnmaximierend einsetzen und Kosten an Stellen senken, die einen geringen Beitrag zum wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens leisten. Führende DAX-Konzerne, die bereits letztes Jahr ihre Hauptversammlungen rein virtuell abgehalten haben, berichten von massiven Kosteneinsparungen, welche in der folgenden Tabelle veranschaulicht werden:

Kosten 2019 (in EUR)Kosten 2020 (in EUR)Einsparungen (in EUR)Einsparungen
(in Prozent)
Bayer3,5 Mio.1 Mio.2,5 Mio.71,4 %
Munich Re2,4 Mio.1,1 Mio.1,3 Mio.54,2 %

Abseits dieser Unternehmen berichtet die Deutsche Lufthansa AG Kosteneinsparungen in Höhe von 800.000 Euro, gibt allerdings keine vorher- und nachher-Kosten an. Anzumerken ist jedoch, dass diesen virtuellen Hauptversammlungen noch kein Blockchain-basiertes eVoting System zugrunde lag. Die Grundzüge und Vorteile eines solchen werden im nächsten Absatz dargestellt.

Aufbau eines Blockchain-basierten eVoting Systems

Ein Open Source Blockchain-basierter Ansatz eignet sich am besten für eine Digitalisierung der Abstimmungsmöglichkeiten. Dieser ermöglicht es zum einen allen Aktionären ihr Stimmrecht auszuüben und zum anderen den Aufsichtsbehörden einen transparenten Zugang zur vollständigen Historie der Hauptversammlung zu verschaffen, darunter auch sämtliche Abstimmungsergebnisse. Die eVoting Anwendung wird allen Personen zur Verfügung gestellt, die Abstimmungsrechte auf einer Hauptversammlung haben, etwa über einen personalisierten Download-Link. Hat der Aktionär die Anwendung heruntergeladen, kann er direkt seine Stimme abgeben. Diese wird auf der Blockchain dokumentiert und ist somit nach der Abgabe nicht mehr veränderbar. Das Unternehmen kann nach der Hauptversammlung direkt auf die Ergebnisse der Abstimmung zugreifen, genau wie ein Auditor. Somit sind die Ergebnisse transparent und sicher für alle Parteien.

Die Nutzung von Smart Contracts, automatisiert ablaufende Verträge auf der Blockchain, sorgt bei Erfüllung der definierten Bedingungen für einen vollständig automatisierten und regulatorisch konformen Ablauf sämtlicher Abstimmungen.  Daraus ergeben sich die folgenden Vorteile: Die Unveränderlichkeit der Berechtigungslisten, Beschlüsse oder Abstimmungsergebnisse, Finalität sowie Transparenz und Gewährleistung des Vertrauens zwischen den Kapitalmarktteilnehmern sowie eine Optimierung von Audit-Prozessen. Erste praktische Beispiele gibt es etwa in unserem Nachbarland Polen. Auch wenn viele Unternehmen und Marktteilnehmer für die Zeit nach der Pandemie zu einer Rückkehr der Präsenzveranstaltungen drängen, bieten sich hybride Formen an, die durch eine zusätzlich mögliche digitale Teilnahme die eingangs erwähnte breitere Beteiligung der Aktionäre ermöglicht. Nicht zuletzt ist auch bei Präsenzveranstaltungen eine effiziente und hochsichere elektronische Stimmabgabe von Vorteil.

Fazit

Für Unternehmen bietet eine virtuelle Hauptversammlung also drei große Vorteile:

  1. Gesteigerte Partizipationsmöglichkeiten für Aktionäre, v.a. für Kleinanleger
  2. Deutliche Kostensenkungspotenziale
  3. Transparenz sowie Unveränderlichkeit der Abstimmungsergebnisse.

Um das Vertrauen in online-Abstimmungen aufrechtzuerhalten und Transparenz zu gewährleisten, ist eine Blockchain-basierte eVoting Plattform bestens geeignet.


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