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Die digitale Transformation der Industrie – Industrie 4.0

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Die Roland Berger-Studie „Die digitale Transformation der Industrie“ in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) untersucht Ursachen und Auswirkungen der Digitalisierung auf die Industrie in Deutschland und Europa.[1]

Eine zentrale Erkenntnis der Studie ist, dass Europa schnell handeln muss, um nicht von branchenfremden, jedoch digital hoch kompetenten, Anbietern aus zentralen Teilen der Wertschöpfungskette verdrängt zu werden. Dabei ist es wichtig, dass europäische Unternehmen ein tieferes Verständnis der digitalen Transformation entwickeln und neue Geschäftsmodelle erarbeiten. Jedoch scheinen viele Unternehmen in Bezug auf die Digitalisierung falsche Schwerpunkte zu setzen: anstatt die Entwicklung neuer Produkte, Services und Kundenschnittstellen in den Vordergrund zu stellen, sehen viele als primäre Ziele ausschließlich die Effizienzsteigerung und Kostensenkung.

Maurice Lévy, CEO der weltweiten Agenturgruppe Publicis, hat einmal über seine Sorgen und das Risiko gesprochen, „aufzuwachen und ge-ubert“ zu werden – in Anspielung auf den digitalen Dienstleister „Uber“, der mit seiner Applikation international den etablierten Fahrdienst- und Taximarkt herausfordert.

Um dieses Risiko der Disruption einschätzen zu können, müssen Unternehmen zunächst die Logik der digitalen Transformation verstehen, die über 4 Hebel wirkt, welche nachfolgend beschrieben werden.

 

DIGITALE DATEN

Durch den zunehmenden Einsatz von Sensoren auch außerhalb ihrer bisherigen Anwendungsbereiche, entstehen durch das Internet der Dinge viele neue Datenquellen, nicht nur bei industriellen Maschinen, sondern auch an der Kundenschnittstelle z.B. innerhalb eines Fahrzeugs oder Smartphones, Tablets, Wearables. Mithilfe moderner Analysetechniken können all diese Daten schnell und effizient erfasst, verarbeitet und ausgewertet werden und ermöglichen es somit, bessere Vorhersagen und Entscheidungen zu treffen.

AUTOMATISIERUNG

Im Zuge der Digitalisierung verändern klassische Technologien kombiniert mit künstlicher Intelligenz die Art und Weise wie Maschinen funktionieren. Es entstehen zunehmend autonom arbeitende Systeme, die schneller und effizienter arbeiten, sich selbst organisieren und nebenbei noch die Fehlerquote senken und die Betriebskosten reduzieren.

VERNETZUNG

Bislang waren große Teile der Wertschöpfung oftmals sehr intransparent, beispielsweise Warenströme in der Logistik. Durch die zunehmende Vernetzung der gesamten Wertschöpfungskette wird diese Intransparenz aufgebrochen. Zuvor eigenständige Systeme werden vernetzt, was zu einer Effizienzsteigerung in Prozessabläufen führt.

Erst durch die Vernetzung von Fahrzeugen untereinander entstehen neue Anwendungen wie z.B. Carsharing oder hochautomatisiertes Fahren, die ansonsten kaum möglich wären.

DIGITALER KUNDENZUGANG

Das (mobile) Internet macht es möglich, dass neue Intermediäre direkten Zugang zum Kunden erhalten und ihm vollkommen neue Services anbieten. Dadurch kommt es zu einer Transformation von Geschäftsmodellen und Branchen. Beispiele wie Amazon und Uber zeigen, wie radikal disruptive Eingriffe in den Markt ausfallen können. Und auch der Wandel ganzer Branchen verdeutlicht bereits heute, wie tiefgreifend dieser Wandel sein wird – so verlieren Printmedien an Bedeutung, zunehmend auch TV, der Einzelhandel verliert Marktanteile an Online-Kaufhäuser und in der Tourismusbranche dominieren zunehmend Online-Booking Portale gegenüber klassischen Reisebüros.

Nicht in allen Teilen der Industrie wird sich die digitale Transformation zur selben Zeit und im selben Ausmaß darstellen. Wie stark und grundlegend der Wandel einer Branche ausfällt, hängt laut der Studie von Roland Berger jeweils ab von Wirkung, Skalierbarkeit und Durchsetzbarkeit digitaler Innovationen und läuft in drei Wellen ab. Doch kann sich kein Unternehmen darauf verlassen, dass es seine Wertschöpfungskette unverändert beibehalten kann.

 

Welle 1: AUTOMOBIL- und LOGISTIKINDUSTRIE

Die Automobilhersteller und ihre Zulieferindustrie befinden sich bereits in der Transformation und haben eine Reihe großer Programme angestoßen. Konkrete Ergebnisse wurden bereits vorgestellt, wie z.B. die Fortschritte im hochautomatisierten und autonomen Fahren. Doch Fragen nach standardisierten Schnittstellen und Software, Datenbesitz und IT-Sicherheit müssen noch geklärt werden, damit sich die digitale Transformation in dieser Industrie integrativ weiterentwickeln kann.

Welle 2: MEDIZINTECHNIK, ELEKTROINDUSTRIE, MASCHINEN- und ANLAGENBAU sowie ENERGIETECHNIK

Die bedeutendsten digitalen Umwälzungen im Gesundheitswesen liegen vor allem in neuen Kontaktmöglichkeiten zum Patienten. Erste Schritte wurden in ländlichen Gebieten unternommen, so unterstützt in Teilen Bayerns, testweise, der Notarzt via Bildschirm im Rettungswagen.2 Das größte Potenzial im Gesundheitswesen bietet die verbesserte Diagnostik durch die Auswertung von aggregierten und anonymisierten Daten. Die größte Herausforderung im Hinblick auf die weitere Digitalisierung für die Elektroindustrie ist die Standardisierung und Virtualisierung in der Fabriksteuerung, denn damit halten IT-Risiken auch in der Produktion Einzug. Der Maschinen- und Anlagenbau nutzt Industrie 4.0 auch für die eigene Produktion, bietet sie vor allem aber als Produkt für andere Industrien an.

Die zentralen Schlagworte für die Energietechnik in Bezug auf die digitale Transformation sind das Smart Grid und die dezentrale Energieerzeugung. Neben einer hohen Flexibilität und Sicherheit braucht eine Smart-Grid-Architektur mit vielen einzelnen Stromproduzenten auch schnelle Schaltungen. Die Antwort darauf wird lt. Roland Berger in der Weiterentwicklung des neuen Mobilfunkstandards 5G liegen.

Welle 3: CHEMIE und LUFTFAHRTTECHNIK

Diese Industrien werden nach Roland Berger zeitversetzt einen digitalen Wandel erfahren. Für die komplexe Prozessfertigung in der chemischen Industrie wird die Digitalisierung und der Einsatz von neuen Technologien Verbesserungen, wie etwa effektivere Entwicklungen, eine höhere Liefersicherheit oder kleinere und flexiblere Produktionsanlagen bringen. In der Luft- und Raumfahrttechnik werden digitale Technologien eher zögerlich oder nur in Teilbereichen eingesetzt werden, da diese Industrie bei Cyberkriminalität besonders empfindlich ist.

Welche Strategie verfolgt IBM für Kunden aus dem Industriesektor?

IBM begleitet Industriekunden auf ihrem Weg in das digitale Zeitalter bei allen Schritten entlang der Wertschöpfungskette. Gemeinsam mit unseren Partnern gestalten wir Ökosysteme, die Zugang zu neuesten Lösungen und Technologien ermöglichen und gleichzeitig alle aktuellen EU-Auflagen für Sicherheit und Datenschutz in höchstem Maße erfüllen. Mit unserer Branchenexpertise unterstützen wir Unternehmen dabei, führende Technologien wie Künstliche Intelligenz, Internet der Dinge, Blockchain und Analytik für die Entwicklung ihrer Geschäftsfelder zu nutzen. Gemeinsam mit unseren Kunden gestalten und betreiben wir Geschäftsmodelle, die die Welt in den kommenden Jahren prägen werden. IBM stellt für den Erfolg seiner Kunden auf dem Weg der Digitalisierung folgende Produktgruppen zur Verfügung:

Das Internet der Dinge (IoT) bildet das Fundament für die Digitalisierung von Fertigungsprozessen, Produkten und Services. Unsere Lösungen machen IoT nutzbar durch digitale Zwillinge, moderne Analyseverfahren, umfassende Transparenz und Optimierungschancen.

Die Blockhain Technologie für die vertrauenswürdige Digitalisierung von geschäftlichen Transaktionen ist Bestandteil von IBM Lösungen für viele Industrien, z.B. für Supply Chain-Optimierung.

IBM Watson befeuert alle unsere Lösungen. Branchenspezifische semantische Datenmodelle, lernende Systeme mit visueller und akustischer Mustererkennung, KI-gestützte Assistenten in Produktion und Qualitätssicherung sowie neue Mensch-Maschine-Schnittstellen bilden die Grundlage für die nächste industrielle Revolution.

Die IBM Cloud stellt industriespezifische Dienste und Lösungen für den Betrieb von komplexen Unternehmensanwendungen zur Verfügung, sowohl für Operational Technology (OT) als auch für Information Technology (IT). Je nach Kundensituation ist dabei jede Kombination realisierbar, innerhalb und außerhalb der Firewall. Eines ist sicher: Die Daten bleiben im europäischen Rechtsraum. Umfassende Expertise in vielen Branchen, davon profitieren unsere Kunden in den Industriezweigen Automobil, Luftfahrt & Verteidigung, Chemie, Stahl, Elektronik und Maschinenbau. Die lokalen IBM Forschungs- und Entwicklungslabore, das globale Watson IoT Center in München sowie unser Thinktank „IBM Institute for Business Value“ erforschen Aktuelle und zukünftige Industrietrends, damit unsere Kunden immer auf dem neuesten Stand sind.

Wir verwerten keine Kundendaten für eigene Zwecke weiter. Unsere IoT-, KI- und Blockchain-Lösungen ermöglichen die Transformation des Unternehmens – flexibel, skalierbar und effizient – und je nach konkreter Priorität in einem öffentlichen, privaten und/oder hybriden Cloud-Betriebsmodell. Im Anschluss finden Sie Beispiele für eine mögliche Transformation in Ihrem Unternehmen:

 

Digitalisierung von Produkten und Prozessen

Wir unterstützen bei der Entwicklung der Produkte und Dienstleistungen unserer Kunden für zusätzlichen Nutzen und weitere Einnahmequellen.

Transformation der Lieferkette

Wir machen Lieferketten transparent und helfen, bessere Erfahrungen für Kunden der Industrieunternehmen zu generieren.

Transformation operativer Prozesse

Wir helfen, Prozessqualität und -effizienz zu steigern, von S4HANA-Transformationen über Industrie 4.0, Prozessrobotik bis hin zur Optimierung von Shared-Service-Centern.

 

Als Ihr Partner für digitale Transformation betrachten wir die strategischen Visionen unserer Kunden für die zukünftige Gestaltung der Industriezweige. Mit Design Thinking, unserem „Garage-Ansatz“ und agilen Entwicklungsmethoden haben wir die Werkzeuge, um klein zu starten, aber schnell hochzuskalieren.

 

Sind Sie daran interessiert wie die digitale Transformation in Ihrem Unternehmen erfolgreich umgesetzt werden kann? Dann hinterlassen Sie gerne einen Kommentar oder nehmen Sie Kontakt zu Ihrem IBM Ansprechpartner auf.

 

[1] https://www.rolandberger.com/de/Publications/Die-digitale-Transformation-der-Industrie.html

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