Japaner achten auf ihre Gürtellinie – und dies gilt auch für die Regierung
Ein neues Gesetz schreibt vor, dass Bürger von 40 bis 74 Jahren bei den jährlichen Untersuchungen ihren Bauchumfang messen lassen. Diejenigen, deren Umfang festgelegte Grenzen überschreitet, erhalten Ernährungsempfehlungen und weitere Ratschläge zum Abnehmen.
Ob diese Bestimmung nun als Überwachungsmedizin oder lediglich als proaktivere Wellness-Strategie angesehen wird – sie ist jedenfalls ein Hinweis auf die Zukunft: Die Lösungen für das Gesundheitswesen müssen sich weltweit ändern. Durch Instrumente wie elektronische Krankenakten, mobile Handheld-Computer und Unterstützungsnetze kann das Gesundheitswesen intelligenter werden.
Ein transparenter Gesamtblick
Das e-Portal medPower beim Herz- und Diabeteszentrum in NRW heilt auf Basis einer serviceorientierten Architektur Brüche im Gesundheitssystem.
Intelligentes Management
Das Berufsgenossen- schaftliche Unfallkrankenhaus Hamburg führte eine integrierte Asset-Management-Lösung mit Anbindung in das Facility-Management-System.
Arzneimittel von Morgen
Bayer Schering Pharma entwickelt die Medikamente der Zukunft – mit hochspezialisierten Tools, die Daten von vier Kontinenten zusammenführen, weltweit Forschungszentren vernetzen und Produktchancen ausloten.
Bessere Behandlungsqualität
Das Labor MVZ Clotten verbessert den Service für Ärzte, Patienten und medizinische Einrichtungen und gewinnt neue medizinische Erkenntnisse – zum Beispiel für ein Frühwarnsystem für Epedemien und Pandemien.
Tatsächlich ist ein intelligenteres Gesundheitswesen nicht in erster Linie auf den nächsten Durchbruch in der medizinischen Forschung ausgerichtet. Intelligentere Gesundheitslösungen beginnen beim einzelnen Menschen. Nehmen wir z. B. das amerikanische Modell „Medical Home“. Die Hausärzte fungieren als „Trainer“; sie leiten ein Team, das sich um das Wohlbefinden sowie die vorbeugende und chronische Pflege eines Patienten kümmert. Der Arzt verbringt mehr Zeit mit jeder Person, ist über E-Mail und Telefon für Beratungen erreichbar, bietet erweiterte Sprechstunden an und koordiniert den Einsatz des gesamten Pflegeteams.
Informationen sind nicht auf einsamen Inseln verstreut
Ein intelligenteres Gesundheitswesen ist vernetzt. So z. B. der spanische Servicio Extremeño de Salud (SES) (US), bei dem jeder Standort ein eigenes Patientenaktensystem hatte. Die Organisation ergriff Maßnahmen zur Errichtung einer globalen Plattform, die nahezu 13.000 Fachkräfte über ein Planungssystem vernetzt, das neun Millionen ambulante Besuche pro Jahr verwaltet.
Know-how braucht keinen Reisepass
Ein intelligenteres Gesundheitswesen hört an geografischen Grenzen nicht auf. Nehmen wir z. B. die "Insel Tristan da Cunha" (US). Sie liegt über 2.665 Kilometer westlich von Kapstadt, Südafrika, und ist nur über eine wochenlange Schiffsreise zu erreichen. Doch dies bedeutet nicht, dass ihre Bewohner nicht auf technologisch hochwertige Gesundheitsfürsorge zugreifen könnten. „Project Tristan“ verbindet medizinische Geräte, Satellitenkommunikation und über Fernzugriff angebundene EHR-Technologie. So können medizinische Fachleute aus der ganzen Welt Krankenhausärzte auf der Insel bei ihren täglichen Aufgaben unterstützen, was medizinische Diagnosen und Notfallhilfe betrifft.
Analyseverfahren fördern die Genauigkeit
Rupturen von Blutgefäßen im Gehirn enden häufig tödlich. Sie zu verhindern, ist das Ziel eines Projekts der Mayo Clinic, durch das Radiologen dabei unterstützt werden, Aneurysmen schneller und genauer zu erkennen. Die neue Methode integriert medizinisches Wissen und Analysemethoden in leistungsfähige Algorithmen, die auf potenzielle Problembereiche in medizinischen Bilddaten hinweisen und sie entsprechend der Wahrscheinlichkeit einer Anomalie markieren. Die in Zusammenarbeit zwischen der Mayo Clinic und IBM vom Medical Imaging Informatics Innovation Center entwickelten Algorithmen zeigten in der Aneurysmadiagnose eine 95-prozentige Genauigkeit; im Vergleich dazu kamen manuelle Verfahren auf nur 70 Prozent.
Was ist eine PHR und was ist eine EHR?
Diese beiden Abkürzungen werden in den nächsten Jahren viel benutzt. Aber was bedeuten sie?
Die persönliche Krankenakte (Personal Health Record, PHR) ist eine elektronische, überall verfügbare, lebenslang gültige Ressource von Gesundheitsinformationen, die jeder Einzelne für seine Entscheidungen in Gesundheitsfragen heranziehen kann. Der Bürger besitzt und verwaltet im PHR seine Daten, die von Anbietern im Gesundheitswesen und der betreffenden Person stammen. Der PHR wird in einer sicheren, privaten Umgebung verwaltet, deren Zugriffsberechtigungen von der jeweiligen Person festgelegt werden. Der PHR ist von dem rechtmäßigen Datensatz eines Anbieters unabhängig und ersetzt diesen nicht.
Eine elektronische Krankenakte (Electronic Health Record, EHR) stellt die Krankenakte einer Person in digitalem Format dar. Elektronische Krankenaktensysteme koordinieren die Speicherung und den Abruf einzelner Datensätze mithilfe von Computern. Ein EHR ist in der Regel auf einem Computer zugänglich, häufig über ein Netz. Er kann aus elektronischen Krankenakten (Electronic Medical Records, EMRs) von vielen Standorten bzw. Quellen aufgebaut sein. Die EMRs können Daten unterschiedlicher Art umfassen, z. B. Patientendemografie, Krankengeschichte, Medikamenten- und Allergielisten (einschließlich des Immunisierungsstatus), Laborergebnisse, Röntgenbilder, Kostenerfassungsdatensätze oder zusätzliche Anweisungen.
Der Unterschied zwischen persönlicher und elektronischer Krankenakte liegt hauptsächlich darin, dass bei der ersteren die betreffende Person die Informationen kontrolliert, während bei letzterer der Arzt oder das Krankenhaus – oder beide – die Informationen kontrollieren.

