Globale IBM Studie zeigt die wichtigsten Herausforderungen moderner Lieferketten auf
Zürich, im April 2009 – Weltweit stehen Lieferkettenmanager derzeit vor zwei grossen Herausforderungen: die Bewältigung der zunehmenden Informationsflut sowie die Etablierung eines effektiven Risikomanagements. Zu diesem Ergebnis kommt die globale «Chief Supply Chain Officer-Studie» der Unternehmensberatung IBM Global Business Services.
Für die «Chief Supply Chain Officer-Studie» wurden etwa 400 Supply Chain Manager aus 29 Branchen und 25 Ländern, darunter auch aus der Schweiz befragt. Für 70 Prozent der Teilnehmer ist das Management grosser, verteilter Datenmengen sowie die zuverlässige Interpretation der Informationen das Hauptproblem des modernen Lieferkettenmanagements. Aufgrund vermeintlich hoher Kosten und Komplexität werden konkrete Lösungsstrategien für grössere Transparenz nur selten ernsthaft in Angriff genommen. Hinzu kommt, dass die Befragten angeben, zu ausgelastet zu sein, um sich dieser Aufgabe zu widmen.
Laut eigenen Aussagen sind sich die Supply Chain Manager der Gefahren ihrer Informationslücken bewusst. Dennoch nutzen sie ihre wertvollen Informationen nur vereinzelt und sehr zurückhaltend, um sich damit mögliche Wettbewerbsvorteile zu sichern. Lediglich 16 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass sie ihre Informationen und Daten voll im Griff haben und ihre externen Partner gut in die Lieferkette integrieren.
Risikomanagement steckt noch in den Kinderschuhen
Nur 38 Prozent managen gezielt sowohl die Prozesse und Leistungen ihrer Lieferkette als auch die damit verbundenen Risiken – allerdings mit jeweils unterschiedlichen Tools. Fehlende standardisierte Prozesse, mangelhafte Daten und der Einsatz ungeeigneter Technologien sind nach Ansicht der Befragten die grössten Hürden auf dem Weg zu einem effektiven Risikomanagement entlang der Lieferkette. Die erfolgreichsten Supply Chain Manager machen Risikomanagement zum Teil ihres Planungsprozesses und verwenden analytische Prognosetools zur Risikominimierung.
Um reale Risiken besser managen zu können, muss mehr Transparenz und Flexibilität in die Strukturen und Prozesse der Supply Chains gebracht werden. Laut der IBM Studie sehen Lieferkettenmanager hier eine weitere grosse Herausforderung. 60 Prozent der Befragten sehen in wachsenden Risiken eine zunehmende Bedrohung für ihr Geschäft. Die Schlagzeilen geben ihnen recht: verdorbene Lebensmittel, mit Schadstoffen belastetes Spielzeug, gepanschte Milch, aber auch Terroranschläge und der jüngste Einbruch der Weltwirtschaft sorgen immer wieder für instabile Lieferketten.
Schweizer Ergebnisse nahezu deckungsgleich mit Gesamtresultat
Beim Blick auf die Aussagen Schweizer Supply Chain Manager zeigt sich, dass ihre Lieferketten etwas effizienter arbeiten als in vielen Top Ländern der IBM Studie wie zum Beispiel USA, Grossbritannien, Indien oder Japan.
Die Schweiz ist beispielsweise am effizientesten bei Kostenreduktion sowie der Umsetzung von kontinuierlichen Verbesserungprogrammen.. Auch das Bewusstsein für eine nachhaltige, ökologische Supply Chain ist in der Schweiz im internationalen Vegleich stark ausgeprägt. Zudem sind die Risiken in Lieferketten schweizerischer Unternehmen besser auf alle Beteiligten verteilt und lasten damit weniger auf einem einzelnen Akteur.
Gewissen Nachholbedarf sehen Schweizer Supply Chain Manager bei folgenden Punkten: der Integration von Informationen über die eigenen Unternehmensgrenzen hinweg, das rasche Anpassen der Supply Chain an sich wechselnde strategische Rahmenbedingungen (z.B. Erschliessen neuer Märkte, Integration akquirierter Firmen) sowie beim effektiven Einsatz von Kennzahlensystemen. Allerdings, gerade hier ist es auch möglich dass sich ein Schweizer Supply Chain Manager eben nicht mit einer suboptimalen Lösung zufrieden gibt.
„Grössere Transparenz und mehr Flexibilität sind eine wichtige Grundlage für ein effektives Risikomanagement in den Supply Chains“, fasst Stefan Heimrich, verantwortlich für Supply Chain Management bei der Unternehmensberatung IBM Global Business Services, zusammen. „Die befragten Supply Chain Manager wissen es längst: Möchten sie vorausschauend planen und proaktiv handeln, brauchen sie eine intelligent und umfassend vernetzte Lieferkette. Nur so können sie künftig aktiv im Wettbewerb agieren, anstatt nur zu reagieren.“
Die neuen Aufgaben des Supply Chain Managers
Ein weiteres Ergebnis der Studie besagt, dass die Führungsaufgaben im Bereich des Lieferkettenmanagements zunehmend strategischer werden. Laut Aussage der Studienteilnehmer sind sie mehr und mehr in klassische Funktionen wie Vertrieb und Logistik (77 Prozent), Absatz- und Bedarfsplanung (72 Prozent) sowie Einkauf und Beschaffung (63 Prozent) eingebunden. Einige von ihnen bilden die zunehmende Verantwortung in der Funktion des Chief Supply Chain Officers (CSCO) auf Geschäftsführungsebene ab und verbinden strategische und operationale Aufgaben vor dem Hintergrund der Komplexität heutiger globaler Lieferketten in zunehmend unbeständigen Märkten.
IBM zufolge ist der CSCO zudem noch „Integrationsbeauftragter“. Seine Aufgabe besteht darin, verschiedene Stakeholder zusammen zu bringen – auch solche, die ausserhalb der erweiterten Supply Chain stehen, wie Behörden, Kreditinstitute und Regierungen. Innerhalb dieses Kreises fördert er die gemeinsame Planung und Risikominimierung. Demnach werden Verhandlungsgeschick und Stakeholder Management immer mehr zu zentralen Elementen der Lieferkettenexpertise.
Weitere Informationen zur Studie:
www.ibm.com/supplychainstudy
Kontakt:
IBM Schweiz AG
Medienstelle
Susan Orozco
Vulkanstrassse 106
8010 Zürich
Tel: 058 333 58 83
Mobile: 079 635 39 13
E-Mail: orozco@ch.ibm.com
