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Wien, November 2007 – Unternehmen sind auf einschneidende Risiken nur unzureichend vorbereitet: 62 Prozent der Unternehmen mit einem Umsatz von über fünf Milliarden Dollar hatten in den vergangenen drei Jahren mit strategischen, operativen oder geopolitischen Problemen zu kämpfen – und 42 Prozent der Unternehmen waren nicht gut darauf vorbereitet. Dies ist das zentrale Ergebnis der neuen IBM Global CFO Studie, für die über 1.200 Chief Financial Officers (CFOs) und Führungskräfte aus Finanzabteilungen aus 79 Ländern befragt wurden. In EMEA waren es 50 Prozent der befragten 374 Finanzexperten, die einem größeren Risiko ausgesetzt waren, aber 60 Prozent der CFOs fühlten sich darauf schlecht vorbereitet. Die Studie mit dem Titel „Die richtige Balance zwischen Risiko und Performance durch eine Integrierte Finanzorganisation“ wurde von der Unternehmensberatung IBM Global Business Services mit Unterstützung der Wharton School der University of Pennsylvania und der Economist Intelligence Unit entwickelt. Die internationale Studie geht der Frage nach, wie Finanzorganisationen mit den Chancen und Risiken der Globalisierung für ihr Unternehmen umgehen.
Eine wichtige Erkenntnis der Studie ist, dass Unternehmen, die ihr Finanzwesen als integrierte Finanzorganisation aufgestellt haben, eine wesentlich bessere finanzielle Performance zeigen als Unternehmen mit nicht integrierter Finanzorganisation und besser sind im proaktiven Risikomanagement. Zudem sind Unternehmen mit einer integrierten Finanzorganisation robuster und können die Entscheidungsfindung für ihr Management besser unterstützen. Weiters zeigt die Studie, dass Integrierte Finanzorganisationen (IFOs) Instrumente wie einen konzernweiten Kontenrahmen und -plan, weltweit einheitliche Datendefinitionen und standardisierte Finanzprozesse sowie globale Regelwerke und Richtlinien nutzen.
Die Autoren der Studie verstehen diese vier Kriterien als Schlüsselelemente guter Unternehmens-Governance. Jedoch sind es weniger als eines von sieben Unternehmen die die Integration ihrer Finanzfunktion unter Einhaltung dieser Vorgaben managen.
Wem „gehört“ das Risiko?
CFOs sind innerhalb ihrer Unternehmen immer häufiger für das Risikomanagement verantwortlich und teilen sich diese Verantwortung mit den CEOs. Laut Studie wird in 61 Prozent der Unternehmen erwartet, dass CFOs im Risikomanagement eine leitende Rolle innerhalb ihres Unternehmens übernehmen, gefolgt von den CEOs (50%), den Chief Technology Officers (27%) und den Chief Risk Officers (19%). In EMEA wird die Risikoverantwortung zu 56 Prozent beim CFO gesehen, gefolgt vom CEO (46%), Chief Technology Officer (34%) und Chief Risk Officer (16%).
Die Studie zeigt auch, dass durch die Globalisierung zwar zusätzliche Wachstumschancen entstehen, aber auch höhere Risiken drohen. Die Befragung ergab, dass große Unternehmen mit einem Umsatz von über fünf Milliarden Dollar in den vergangenen drei Jahren eine Reihe unterschiedlichster Problemfälle bewältigen mussten: strategische (32 %), geopolitische (17 %), umwelt- und gesundheitsbezogene (17 %), finanzielle (13 %), operative (13 %) oder juristische und Compliance-Risiken (8 %).
Formalisiertes Risikomanagement steckt noch in den Kinderschuhen
Obwohl Risiken ständig gegenwärtig sind, haben sehr viele Unternehmen kein formalisiertes Risikomanagement-Programm. Nur 52 Prozent gaben an, dass sie irgendeine Form eines solchen Programms haben, 42 Prozent der Befragten gaben an, dass sie historische Vergleiche im Unternehmen heranziehen, um Risiken für die Zukunft zu vermeiden. 32 Prozent arbeiten mit spezifischen Risikogrenzwerten und nur 29 Prozent entwickeln Risiko bezogene Vorhersagen und Pläne.
Für EMEA ergibt sich ein leicht differenziertes Bild in den Unternehmen, die in den vergangenen 3 Jahren eine Risikosituation erlebt haben: immerhin 57 Prozent der Experten gaben an, die eine oder andere Form eines formalen Programms zu haben, ebenfalls 42 Prozent ziehen historische Vergleiche, um Risken für die Zukunft zu vermeiden, immerhin 37 Prozent arbeiten mit spezifischen Risikogrenzwerten und 32 Prozent nutzen Pläne und Prognosen in der Risikobewertung.
Der Aufstieg integrierter Finanzorganisationen (IFOs)
Die Studie stellt außerdem fest, dass Unternehmen mit einer IFO durch eine höhere allgemeine Disziplin flexibler, dynamischer und effektiver bei der Bearbeitung finanzrelevanter Fragestellungen sind. Für die Bewältigung von Risiken wirken sie auch wesentlich besser gerüstet. Dennoch haben weniger als 15 Prozent der Unternehmen mit einem Umsatz von über einer Milliarde US-Dollar eine integrierte Finanzorganisation.
IFOs sind finanziell leistungsfähiger
Zu finden sind IFOs vor allem in Unternehmen mit höheren Wachstumsraten. Die durchschnittlichen Wachstumsraten der befragten Unternehmen mit einer integrierten Finanzorganisation sind fast doppelt so hoch wie jene von Unternehmen, deren Finanzbereiche nicht integriert organisiert sind. Die Hälfte der befragten Unternehmen ist dabei in stark wachsenden Branchen vertreten. Unternehmen mit einer IFO sind ihren Wettbewerbern in diesen Märkten dabei sowohl bei der Entwicklung des Aktienkurses als auch der Entwicklung der CAGR (Compound Annual Growth Rate) weit überlegen: Das Umsatzwachstum stieg für Unternehmen mit IFOs um 24 Prozent im Vergleich zu 14 Prozent für Unternehmen ohne IFOs.
IFOs gehen mit Risken besser um
Die Ergebnisse der Studie lassen vermuten, dass CFOs integrierter Finanzorganisationen bei der Unterstützung und im Managen von Risiken proaktiver sind als ihre Kollegen aus Nicht-IFOs. CFOs integrierter Finanzorganisationen geben an, dass sie beim Risikomanagement aktiver und effektiver sind (60 %) als ihre Counterparts in Unternehmen ohne IFO (43 %), und sie fühlen sich auch besser auf mögliche Risiken vorbereitet.
Auf die Frage nach der eigenen Risiko-Vorsorge gaben 62 Prozent der IFO-Unternehmen mit einem Jahresumsatz von über fünf Milliarden Dollar, die in den vergangenen drei Jahren eine Risiko-Situation erlebten, an, dass sie gut darauf vorbereitet waren, während dies in der gleichen Situation nur 29 Prozent der Nicht-IFOs waren.
Integrierte Finanzorganisationen setzen sich proaktiver und analytischer mit den Risiken für ihr Unternehmen auseinander: 66 Prozent der IFOs sind „offiziell“ dafür verantwortlich, unternehmensweit Risiken zu identifizieren und zu managen (im Vergleich zu 51 % bei Nicht-IFOs), 63 Prozent führen regelmäßig ein Monitoring ihres Managements durch (im Vergleich zu 49 %) und 51 Prozent nutzen historische Vergleiche (im Vergleich zu 41 % der Nicht-IFOs).
„Mit einem global integrierten Finanzressort können Unternehmen den großen Herausforderungen der Globalisierung besser begegnen – und so Marktchancen und Effizienzpotentiale besser nutzen“, sagt Dr. Peter Simeonoff, Consultant, IBM Österreich Unternehmensberatung Global Business Services. „Die Neuausrichtung des Finanzwesens und die entsprechenden Veränderungsthemen für Geschäftsprozesse, Mitarbeiter und IT-Systeme sind alles andere als einfach. Dennoch sagen mehr als zwei Drittel der von uns befragten Finanzexperten, dass dieser Schritt zwingend erforderlich sei.“
Die Studie
Für die IBM Global CFO Study 2007, Titel „Die richtige Balance zwischen Risiko und Performance durch eine Integrierte Finanzorganisation“, wurden mehr als 1.200 Chief Financial Officers (CFOs) und Führungskräfte aus Finanzabteilungen in 79 Ländern befragt (davon über 370 Personen in EMEA). Durchgeführt wurde die Studie von der Financial Management Consulting Practice der IBM Beratungssparte Global Business Services und dem IBM Institute for Business Value im Frühjahr und Sommer 2007. Die meisten Teilnehmer wurden von IBM Experten in persönlichen und strukturierten Interviews befragt. Ergänzt wurden die Daten durch eine Online-Befragung, die IBM in Kooperation mit The Economist Intelligence Unit durchgeführt hat. Die befragten Finanzexperten repräsentieren Unternehmen aus verschiedenen Branchen und Regionen unterschiedlicher Größenklassen.
Die CFO Studie ist auf Anfrage erhältlich
Informationen über IBM Global Business Services finden Sie unter www.ibm.com/services/bcs/at/
Kontakt: Dr. Gerda Ballik-Jaklitsch IBM Österreich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
+ 43/1/ 21145-4028
ballik_gerda@at.ibm.com
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